Bundestag beschließt Spritpaket - kommt bald ein weiteres?
Autor: Andreas Hoenig, dpa
, Donnerstag, 26. März 2026
Angesichts der hohen Spritpreise hat die Koalition im Eiltempo ein Maßnahmenpaket auf die Beine gestellt. Es dürfte aber nicht das letzte sein.
Knapp vier Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs und stark gestiegenen Spritpreisen hat der Bundestag ein Maßnahmenpaket beschlossen. Künftig dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12.00 Uhr, die Preise erhöhen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Die neue Regel könnte vor Ostern in Kraft treten. Außerdem bekommt das Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise.
Für die Gesetzesänderungen stimmten die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie die Grünen. Das Paket muss noch den Bundesrat passieren, das ist am Freitag geplant.
Allerdings zeichnen sich weitere Schritte der Koalition ab - auch weil fraglich ist, ob das beschlossene Paket wirklich zu Entlastungen für Autofahrer führt.
Kommt höhere Pendlerpauschale?
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigte sich offen für eine temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale. Die CDU-Politikerin sagte nach der Abstimmung über das Maßnahmenpaket: «Es ist wichtig, dass wir ein Signal an jene setzen, die auf das Auto angewiesen sind.»
Die Bundesregierung nehme die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst und handele, sagte Reiche. «Aber es kann sein, dass auch dieses Paket bei fortdauernder Krise und Krieg in der Region nicht ausreichend wird.»
Die Ministerin verwies außerdem auf eine Debatte über eine Senkung der Stromsteuer für alle. «Auch hier müssen wir prüfen, ob Spielräume im Haushalt dafür bestehen.» Die Koalition hatte entgegen ihrer Ankündigung zwar die Verstetigung einer Stromsteuersenkung für die Industrie beschlossen - aber nicht die Stromsteuer für alle Firmen sowie für Verbraucher gesenkt.
Auch CSU-Chef Markus Söder hatte sich bereits für eine Erhöhung der Pendlerpauschale ausgesprochen, um damit viele Arbeitnehmer steuerlich zu entlasten. Er sprach von einer deutlichen und substanziellen Erhöhung, die möglichst rückwirkend zum 1. Januar greifen sollte. Die Pendlerpauschale war erst zu Jahresbeginn auch für kurze Strecken auf 38 Cent gestiegen. Davon profitiert, wer zur Arbeit pendeln muss - und zwar egal, ob mit dem Auto, der Bahn, dem Rad oder zu Fuß.