Bundesbank macht Milliardenverlust - Bund geht leer aus
Autor: Alexander Sturm, dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
Die Bilanz der Bundesbank ist tiefrot. Eine Überweisung aus Frankfurt an das Finanzministerium fällt so erneut aus. Dafür kann sich die Bundesbank über Milliardengewinne bei ihren Goldreserven freuen.
Die Bundesbank wird nach einem erneuten Milliardenverlust 2025 auch dieses Jahr rote Zahlen schreiben. Damit fällt eine Gewinnüberweisung aus Frankfurt an den Bund nicht nur im sechsten Jahr in Folge, sondern auch absehbar aus. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel stimmte bei der Bilanzvorlage in Frankfurt auf weitere magere Jahre ein, betonte aber zugleich die Stärke der Notenbank.
2025 stand ein Minus von rund 8,6 Milliarden Euro in der Bilanz und damit der zweithöchste Fehlbetrag in der Geschichte der Notenbank. Verglichen mit dem Rekordminus von mehr als 19 Milliarden Euro 2024 hat sich der Verlust aber mehr als halbiert - auch dank niedriger Zinsen.
«Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach», sagte Nagel in Frankfurt. Diese positive Entwicklung werde sich fortsetzen, so die Notenbank. Gleichwohl werde die Bundesbank 2026 «erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen».
Letzter Bundesbank-Gewinn für den Bund 2019
Jahrelang plante das Finanzministerium in Berlin im Bundeshaushalt einen Bundesbank-Gewinn von 2,5 Milliarden Euro ein. 2019 durfte sich Olaf Scholz (SPD) als damaliger Ressortchef über die höchste Summe seit der Finanzkrise freuen: 5,85 Milliarden Euro. Es war der bislang letzte Geldsegen aus Frankfurt.
Folge der Geldpolitik im Euroraum
Der Verlust der Bundesbank ist eine Folge der Geldpolitik im Euroraum. Hauptgrund ist, dass die Zinsausgaben der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Gelder, die Geschäftsbanken bei ihr parken, deutlich größer sind als die Zinseinnahmen aus dem riesigen Bestand an Anleihen, die die Bundesbank im Auftrag der EZB kaufte.
Die Milliardenverluste schleppt die Bundesbank mit. Der Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich auf 27,8 Milliarden Euro.
Die Belastungen der Bundesbank seien vorübergehend, betonte Nagel. Künftige Jahresüberschüsse würden genutzt, um den Bilanzverlust aus eigener Kraft abzubauen. Auch mit einem Verlust könne die Bundesbank ihre Aufgaben «vollumfänglich» erfüllen. Sie habe eine solide Bilanz.