Merz sieht Luftfahrt als Schlüsselbranche - neue Strategie
Autor: Andreas Hoenig, dpa
, Mittwoch, 10. Juni 2026
Das Bundeskabinett hat pünktlich zur ILA eine Luftfahrtstrategie beschlossen. Die Branche fordert weitergehende Entlastungen.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht die Luftfahrtindustrie als Schlüsselbranche und will Deutschland als führende Luftfahrtnation erhalten. «Unsere Luft- und Raumfahrtindustrie sichert nicht nur Innovation und Wirtschaftskraft, sie sichert eben auch unsere Souveränität und unsere Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung», sagte Merz bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Zuvor hatte das Bundeskabinett eine neue Luftfahrtstrategie beschlossen.
«Ziel der Bundesregierung ist es, die Weichen zu stellen, damit Deutschland gemeinsam mit den europäischen Partnern auch in den kommenden 15 Jahren als führende Luftfahrtnation dauerhaft erfolgreich wird und bleibt», heißt es in der Strategie. Die Luftfahrt sei global und langfristig ein Wachstumsmarkt.
Bundesregierung betont Rolle der Branche
Kanzler Merz (CDU) bezeichnete die Luftfahrtindustrie als Innovationsindustrie und als Wachstumsbranche. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte: «Wir stellen jetzt die Weichen, um den Luftverkehrsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken.» Er sprach von Investitionen in Modernisierungen, nachhaltige Technologien und Digitalisierung.
In der Strategie geht es um Themen wie eine klimaschonende Luftfahrt mit einer Verringerung von CO2-Emissionen etwa durch klimaneutrale Kraftstoffen, um die Stabilität von Lieferketten und deutsche Flughäfen.
Zur Wettbewerbsfähigkeit heißt es: «Die Bundesregierung bekennt sich zur Bedeutung international wettbewerbsfähiger Standortkosten für ein attraktives Flugangebot und internationale Konnektivität.»
Der Bundestag hatte im Mai die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer wieder zurückgenommen. Die Gesetzesänderung muss noch den Bundesrat passieren.
Merz nannte weiter eine Senkung der Flugsicherungsgebühr, zudem übernehme der Bund die Flugsicherungskosten für die deutschen Regionalflughäfen. Das Paket insgesamt werde den Luftverkehr aus Deutschland um rund eine halbe Milliarde Euro entlasten. Merz sagte weiter: «Wir werden die Lage weiter eng beobachten und prüfen, welche weitergehenden Schritte nötig und möglich sind.»