Druckartikel: Brutaler Treppentritt an Bahnhof: Verdächtiger erst 12 Jahre alt

Brutaler Treppentritt an Bahnhof: Verdächtiger erst 12 Jahre alt


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Berlin, Mittwoch, 25. Februar 2026

In Berlin wurde ein Mann brutal eine Bahnhofstreppe heruntergetreten. Im Anschluss an die Fahndung nach den Tätern meldet sich ein Zwölfjähriger.
An einem S-Bahnhof in Neukölln wurde ein Mann brutal die Treppe heruntergetreten.


Update vom 25.02.2026: Teenager stellt sich der Polizei nach Treppen-Angriff

Ein zwölfjähriger Junge hat sich nach einem brutalen Übergriff auf einen 26-Jährigen in Berlin-Neukölln der Polizei gestellt. Das erklärte ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur. Der Zwölfjährige soll den 26-Jährigen am Sonntagabend in Berlin-Neukölln eine Treppe in einem S-Bahnhof hinuntergestoßen haben.

Der Minderjährige habe sich am Montag in den späten Abendstunden bei der Polizei gemeldet, so der Sprecher weiter. Drei Mittäter im Alter von 15 und zweimal 14 Jahren stellten sich ebenfalls. Zuerst hatte RTL darüber berichtet. Videos aus den Überwachungskameras zeigten, wie einer der Jugendlichen dem Mann im S-Bahnhof hinterherlief und ihm mit dem Fuß in den Rücken sprang, so die Bundespolizei.

Der 26-Jährige kam in ein Krankenhaus. Die Jugendlichen flohen zunächst. Ob die anderen drei Jugendlichen den Vorfall mit ihren Handys gefilmt haben, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Sprecher. Die vier Jugendlichen seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der 26-Jährige sei auf eigenen Wunsch noch am Montagabend aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Erstmeldung vom 24.02.2026: Brutale Attacke an S-Bahnhof - Treppe heruntergetreten

Drei Jugendliche sollen ihre Mobiltelefone gezückt haben, bevor ein Vierter zuschlug: Ein 26-Jähriger wurde in Berlin-Neukölln brutal eine Treppe in einem S-Bahnhof hinuntergetreten und schwer verletzt. Der Mann erlitt eine Kopfplatzwunde und wurde mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus gebracht, wie die Bundespolizei mitteilte.

Der 26-Jährige soll die vier Jugendlichen am Sonntagabend (22. Februar 2026) vor dem Bahnhof Hermannstraße angesprochen haben. Die Gruppe entfernte sich daraufhin, und der Mann betrat den Bahnhof, hieß es.

Dann folgten ihm die Jugendlichen zu einer Treppe. Drei von ihnen griffen demnach zu ihren Mobiltelefonen und begannen zu filmen, der vierte rannte dem Mann hinterher und "sprang diesem gezielt mit dem Fuß in den Rücken", so die Bundespolizei, die Videos aus den Überwachungskameras ausgewertet hatte.

Passant eilt zu Hilfe: Mann bleibt nach Treppensturz blutend liegen

Der Mann stürzte die Treppe hinunter. Blutend blieb er liegen. Ein Passant eilte ihm zu Hilfe und informierte die Polizei über den Notruf. Die Jugendlichen flohen. Die Bundespolizei übernahm den Fall, da sie für Straftaten im Bereich der S-Bahn zuständig ist.

Die Behörde sucht nach den Jugendlichen und Zeugen. Sie ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung im Bahnhof. Dafür sicherte die Bundespolizei Videoaufnahmen der Tat. Ob diese später zu Fahndungszwecken veröffentlicht werden, entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Zuvor müssen jedoch andere Möglichkeiten ausgeschöpft sein. Zunächst blieb unklar, ob das Opfer auf dem Weg zu einer Bahn war oder ob sich der Mann länger im Bahnhof aufhielt. Weitere Angaben seien aus "ermittlungstaktischen Gründen" derzeit nicht möglich, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei.

Vater stirbt 2024 nach Treppensturz: Erinnerungen werden wach

Der hinterhältige Angriff erinnert an eine Tat im selben Bahnhof im Bereich der U-Bahn im Oktober 2016. Damals hatte ein Mann einer jungen Frau in den Rücken getreten, sodass sie die Stufen hinunterstürzte und sich schwer verletzte. Veröffentlichtes Videomaterial von dem Vorfall sorgte für Schlagzeilen und Entsetzen. Der Täter, der nach einem Gutachten Gehirnschäden nach einem Unfall hatte und aufgrund starken Alkohol- und Drogenkonsums erheblich eingeschränkt war, wurde später zu einer knapp dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Dramatische Treppenstürze gab es auch in anderen Bahnhöfen in Deutschland: So starb im Juli 2024 ein Familienvater im Bahnhof Uelzen, nachdem ihn ein 18-Jähriger eine Treppe hinuntergestoßen hatte, um an das Mobiltelefon des Opfers zu gelangen. Das Landgericht Lüneburg ordnete im Februar 2025 seine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, da die Tat unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie erfolgte.

Im September 2021 wurde eine junge Frau im Osnabrücker Hauptbahnhof eine Bahnsteigtreppe hinuntergestoßen und schwer verletzt. Die 23-Jährige wurde damals unvermittelt und offensichtlich ohne jeden Grund von einer 26-Jährigen von hinten angegriffen und hinuntergestoßen. Sie erlitt Kopfverletzungen.

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