Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust
Autor: dpa
, Freitag, 17. April 2026
Bosch steckt in der Krise - und schreibt zum ersten Mal seit Jahren rote Zahlen. Insbesondere die horrenden Kosten für die Stellenabbau-Pläne und Steuereffekte belasten. Wie geht es 2026 weiter?
Die Milliardenkosten für den Stellenabbau, die US-Zölle und eine hohe Steuerbelastung haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht der Schwaben hervorgeht. 2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch gut 1,3 Milliarden Euro betragen.
Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den eigenen Erwartungen. Das Ergebnis sei vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren, sagte Bosch-Chef Stefan Hartung. Es zeige aber auch deutlich, dass man Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müsse. Zuletzt Verlust gemeldet hatte der weltweit größte Autozulieferer demnach im Krisenjahr 2009.
Kosten für Stellenabbau und Steuereffekte belasten
Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von Rückstellungen. Das heißt: Unter anderem die Kosten für Abfindungen sind nun in der Bilanz berücksichtigt, die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen aber erst schrittweise in den kommenden Jahren. Außerdem wirkten demnach auch Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend.
In die roten Zahlen drückte Bosch dann letztlich ein anderer Effekt: Vor Steuern lag der Gewinn bei gut 500 Millionen Euro. Dass vor dem Nachsteuergewinn ein Minus steht, hängt Finanzchef Markus Forschner zufolge mit dem Ergebnismix zusammen. Es gibt ihm zufolge Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gebe aber Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen demnach keine Steuern zurück, sondern die Verluste werden in der Zukunft verrechnet.
Damit ergebe sich ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst sei, sagte Forschner. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro (minus 42 Prozent). Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro.
Bosch muss Milliarden einsparen
Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. So halten sich zum Beispiel viele Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der aktuellen Wirtschaftslage beim Kauf von Geräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen - unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.