BMW verdient weniger - aber mehr als VW und Mercedes
Autor: dpa
, Mittwoch, 06. Mai 2026
Die letzten Quartalszahlen des scheidenden BMW-Chefs Oliver Zipse sind erneut ein Gewinnrückgang. Zu den neuesten Zollankündigungen von US-Präsident Trump äußert Zipse Hoffnung.
BMW hat im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Dennoch blickt Zipse optimistisch in die Zukunft.
Ganz fair ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings nicht. Damals hatten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch nicht gegolten. Von Januar bis März kosteten sie rund 300 Millionen Euro. Sie werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern - wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025.
Trumps Zölle nur eine Drohung
Dabei hält Zipse die aktuellen Ankündigungen Trumps, die Zölle für Autos zu erhöhen, nur für eine Drohung beziehungsweise Aufforderung an die EU, den im vergangenen Jahr vereinbarten Zolldeal umzusetzen. Für letzteres äußerte er Verständnis und zeigte sich überzeugt, dass es bald zu einer Lösung kommen werde. Darüber hinaus hofft Zipse auf weitere Erleichterungen.
Er sei zuversichtlich, dass es zu einer Vereinbarung kommen könne, bei der Autos, die ein Hersteller aus den USA exportiert bei den Zöllen für Importe berücksichtigt werden. BMW würde davon wegen seines großen Werks in Spartanburg stark profitieren.
Auch der Umsatz schrumpfte - um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro - unter anderem wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank. Hier macht sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen. Positiv sieht man bei BMW allerdings aktuell sehr starke Bestellungen in Europa.
Rekord bei Auftragseingängen in Europa
«Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres», sagte Konzernchef Zipse und betonte: Man habe mit der Einführung der Neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen «richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein».
BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen - wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. «Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten», sagte Finanzvostand Walter Mertl. «Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser
Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.»