BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
Autor: Christof Rührmair, dpa
, Donnerstag, 30. Juli 2026
Vor allem China belastet die Münchner. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, warum der Autobauer Tausende Jobs abbauen will. Der neue Chef Milan Nedeljkovic hat viel Arbeit vor sich.
BMW brechen die Gewinne weg. Im zweiten Quartal verdiente der Münchner Konzern nach Steuern nur noch 1,2 Milliarden Euro - 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie er mitteilte. Auch die Umsätze sanken deutlich - von 34 Milliarden auf 31 Milliarden Euro. Die Zahlen kommen nur einen Tag, nachdem ein Stellenabbauprogramm bekannt wurde - und zeigen, wie nötig BMW die geplanten Einsparungen hat.
Blickt man nur auf den Bereich Automobile, ist der Einbruch sogar noch drastischer. In diesem Geschäftsbereich sackte das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen ab. Das führt zur ungewöhnlichen Situation, dass BMW im abgelaufenen Quartal mehr mit seinen Finanzdienstleistungen verdiente als mit der Herstellung von Autos.
Vor allem die Geschäfte in China liefen für die Münchner schlecht. Der BMW-Absatz war dort im zweiten Quartal um fast ein Drittel eingebrochen. Die immer stärker werdende Konkurrenz aus China drückt zudem auch auf andere Märkte - insbesondere in Asien. Und als wäre das noch nicht genug, kosten Zölle hunderte Millionen, drücken Wechselkurseffekte aufs Ergebnis, und der Krieg im Nahen Osten belastet die Weltwirtschaft.
Schwerer Einstieg für den neuen Chef
«In den vergangenen Wochen haben wir gesehen, wie schnell sich unser
Geschäftsumfeld verändern kann», sagt der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic. Es ist ein schwerer Einstand für den früheren Produktionsvorstand. In den nicht einmal drei Monaten seiner Amtszeit musste er schon eine kräftige Gewinnwarnung verkünden, und erst gestern wurde aus Unternehmenskreisen bekannt, dass BMW weltweit 8.000 Stellen abbauen will. Dazu legt der Konzern unter anderem ein Abfindungsprogramm in Deutschland auf.
Jetzt äußert sich auch Nedeljkovic direkt zu den Plänen. «Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein.»
Auch Finanzvorstand Walter Mertl verweist auf den verschärften Wettbewerb. «Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle
Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis», sagt er. Schon vergangenes Jahr war die Zahl der Mitarbeiter bei BMW gesunken.
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Bei den Details des Abbauprogramms bleiben die beiden Manager allerdings eher wolkig. Vor allem nennen sie weder genaue Zahlen zu den angestrebten Einsparungen, noch bestätigen sie die Zahl der Jobs, die wegfallen soll.