BMW baut weltweit 8.000 Jobs ab
Autor: Christof Rührmair, dpa
, Mittwoch, 29. Juli 2026
Jetzt erwischt es auch die Münchner: Als letzter deutscher Autokonzern legt BMW ein großes Stellenabbauprogramm auf. Vieles davon dürfte Deutschland treffen.
Jetzt also auch BMW: Als letzter deutscher Autokonzern legen die Münchner ein großes Stellenabbauprogramm auf. Weltweit sollen rund 8.000 Jobs wegfallen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr. Der Stellenabbau soll über natürliche Fluktuation sowie ein Abfindungsprogramm auf freiwilliger Basis in Deutschland erfolgen.
Das Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen und sich an alle Mitarbeiter in Deutschland außerhalb der direkten Produktion wenden. Da mehr als die Hälfte der knapp 154.000 BMW-Mitarbeiter in Deutschland tätig ist - zum Halbjahr waren es gut 84.000 - und hier auch das Abfindungsprogramm aufgelegt wird, ist es wahrscheinlich, dass am Ende auch mehr als die Hälfte der betroffenen Jobs auf Deutschland entfällt.
«Viel abverlangt»
BMW äußerte sich zunächst nicht zu den Plänen und wollte auch die Zahl von 8.000 Jobs nicht bestätigen. Laut Teilnehmern an einer Betriebsversammlung, in der die Pläne vorgestellt wurden, sagte der seit Mitte Mai amtierende neue Konzernchef Milan Nedeljkovic: «Mir ist bewusst, dass die nächste Zeit von uns allen viel abverlangen wird. Doch wir müssen sicherstellen, dass unser Unternehmen wieder profitabler und wettbewerbsfähiger wird.»
BMW werde «auf allen Managementebenen Organisationseinheiten zusammenführen und mehr Verantwortung in die Hände der wertschöpfenden Bereiche geben», sagte Nedeljkovic. «Nur so kehren wir wieder zu dem zurück, was BMW immer ausgezeichnet hat: Unternehmerisches Handeln mit hoher Eigenverantwortung.»
Dass BMW ein Stellenabbauprogramm bevorsteht, darüber wird seit Mitte Juni spekuliert. Damals hatte Nedeljkovic - nur einen Monat nach seinem Aufstieg vom Produktionsvorstand zum Konzernchef - eine deutliche Gewinnwarnung geben müssen.
Sechs Wochen relativ geräuschlose Gespräche
Der Gesamtbetriebsrat hatte daraufhin «unverzügliche und verbindliche» Gespräche gefordert. Diese sind nun binnen sechs Wochen offenbar abgeschlossen - BMW-typisch nach außen hin eher geräuschlos.
Das Abfindungsprogramm in Deutschland soll dem Vernehmen nach nicht selektiv sein. Es steht also allen Mitarbeitern außerhalb der Produktion offen - insgesamt einigen zehntausend Menschen.