Bluttat in Stade: Kanzler Merz ist "erschüttert bis ins Mark"
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Stade, Dienstag, 30. Juni 2026
Nach Schüssen in einer Jugendeinrichtung in Stade drückt Bundeskanzler Friedrich Merz seine Erschütterung aus. Sechs Mitarbeiter sind tot - viele Fragen weiter offen.
Update vom 30.06.2026, 12.05 Uhr: Bluttat in Stade: Kanzler Merz ist "erschüttert bis ins Mark"
Die Bluttat von Stade erschüttert das Land. Am Montag (29. Juni 2026) fielen dort Schüsse in einer Mutter-Kind-Wohngruppe, insgesamt verloren sechs Menschen ihr Leben.
Mittlerweile ist die Spurensicherung im Gang. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, bleibt der Tatort voraussichtlich für den gesamten Dienstag über gesperrt. Viele Fragen bleiben weiter offen.
Sechs Tote nach Schüssen in Niedersachsen
Kurze Zeit nach den Morden hatten Einsatzkräfte der Polizei den Tatverdächtigen festgenommen. Ob die Behörde einen Haftbefehl gegen den festgenommenen 45-Jährigen beantragen wird, entscheidet sich im Laufe des heutigen Tages. Der Mann soll die tödlichen Schüsse auf die Opfer, vier Frauen und zwei Männer, abgegeben haben, wobei eines der Opfer erst im Krankenhaus verstarb.
Hintergrund der Tat in der niedersächsischen Stadt westlich von Hamburg ist nach Polizeiangaben möglicherweise ein Sorgerechtsstreit. Der tatverdächtige Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit hatte in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter. Weder das Kind noch dessen Mutter sind unter den Toten, ersten Erkenntnissen zufolge waren die Opfer Angestellte der Einrichtung und des Jugendamtes und waren dort beruflich tätig.
Berichte, wonach der festgenommene Mann Mitglied eines Clans sein soll, wurden von den Ermittlern nicht bestätigt. "Wir haben derzeit keine Hinweise darauf, dass eine Clanzugehörigkeit besteht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann stammt den Angaben nach aus dem Raum Hannover. Er war polizeilich bekannt, doch galt er laut Lüneburgs Polizeipräsidentin Kathrin Schuol "bisher nicht als absolut gewalttätig". Falls die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen beantragt, muss das Amtsgericht Stade noch am Dienstag entscheiden, ob der Mann in Untersuchungshaft genommen wird.
Tatverdächtiger festgenommen: Merz drückt Mitgefühl aus
Fragen werfen die Tatwaffe und der Tathergang auf. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei zunächst nicht, um welche Art von Waffe es sich handelte - oder wie der mutmaßliche Täter an sie herankam. Nach Angaben der Behörden hat der Verdächtige keine Erlaubnis zum Besitz von Waffen. Auch der genaue Ablauf der Tat in der Jugendhilfeeinrichtung war bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung.
Neben dem 45-Jährigen wurde auch eine 65-jährige Frau festgenommen, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Die Frau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des mutmaßlichen Täters.