Besonderer Prozess gegen Ex-Terroristin steht vor Abschluss
Autor: Mirjam Uhrich und Helen Hoffmann, dpa
, Sonntag, 26. April 2026
Im Prozess gegen Daniela Klette geht es um Raubüberfälle, Waffen und viel Geld. Doch was konnte ihr nachgewiesen werden – und woran gibt es Zweifel? Das Ende eines außergewöhnlichen Verfahrens naht.
Ihre Festnahme war eine Sensation: Mehr als 30 Jahre lebte Daniela Klette im Untergrund. Jahrelang versuchten Zielfahnder, die frühere RAF-Terroristin und ihre beiden mutmaßlichen Komplizen aufzuspüren. Dann fanden Einsatzkräfte Klette Ende 2024 in einer Berliner Wohnung.
Ein Jahr später begann das Gerichtsverfahren am Landgericht Verden nahe Bremen, das nun kurz vor dem Abschluss steht. Am kommenden Dienstag soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Zeit für einen Rück- und Ausblick:
Was wird Daniela Klette vorgeworfen?
Die Staatsanwaltschaft wirft der 67-Jährigen versuchten Mord unter anderem aus Habgier vor. Die Anklage spricht zudem von versuchtem und vollendetem schweren Raub als «Mitglied einer Bande» sowie von unerlaubtem Waffenbesitz. Außerdem legen die Ermittler der Angeklagten Verstöße gegen das Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz zur Last.
Laut Anklage soll die Deutsche 13 Überfälle mit den ehemaligen RAF-Mitgliedern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg begangen haben. Die beiden Männer sind weiter auf der Flucht. Bei den Überfällen soll Klette meistens das Fluchtauto gefahren haben.
Nach den Ermittlungen sollen Klette und ihre Komplizen von 1999 bis 2016 Geldtransporter und Kassenbüros in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein überfallen haben. Dabei sei das Trio «arbeitsteilig und äußerst konspirativ» vorgegangen, sagte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage im März 2025. Ihr zufolge verkleideten sich die Verdächtigen mitunter mit Perücken und falschen Schnurrbärten. Manchmal trugen sie Sturmhauben oder verdeckten ihre Gesichter mit Tüchern.
Den Ermittlungen zufolge planten sie die Verbrechen genau: Sie sollen unter falschen Namen Fahrzeuge gemietet, die Tatorte ausgespäht und gezeichnet haben. Auch über die Aufteilung der Beute sollen sie vorher gesprochen haben.
Was sagte das Gericht zu den Vorwürfen?
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die Verfahren zu fünf Raubüberfällen, die in der Anklage aufgeführt wurden, eingestellt. Damit spielten sie vor Gericht keine Rolle mehr. Dem Gericht zufolge würden diese Verfahren bei einer Verurteilung nicht wesentlich ins Gewicht fallen.