SPD-Kandidat Krach unter Druck: Verdacht auf Vorteilsannahme
Autor: Maurice Dirker, Theresa Held und Matthias Arnold, dpa
, Donnerstag, 10. Sept. 2026
In den Berliner Wahlkampf platzen strafrechtliche Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. Der geht in die Offensive. Nun äußert sich die Staatsanwaltschaft Hannover zu den Vorwürfen.
Nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat die Staatsanwaltschaft Hannover sich nun erstmals zu den konkreten Vorwürfen geäußert. Es gehe in zwei Fällen um den Anfangsverdacht der Vorteilsannahme, teilte die Behörde am Abend mit. Außerdem werde in einem weiteren Fall wegen des Anfangsverdachts von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und der Verletzung der Geheimhaltungspflicht nach dem Gesetz zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung ermittelt.
Krach weist Vorwürfe erneut zurück
Krach wies die Vorwürfe daraufhin erneut «nachdrücklich zurück». Sie träfen nicht zu, teilte er am späten Abend mit. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Unbegründetheit der Vorwürfe das Ergebnis der Prüfung der Ermittlungsbehörden sein wird.»
Er betonte weiter: «Die Staatsanwaltschaft Hannover hat meinem Anwalt mitgeteilt, dass dort nur ein mich betreffendes Ermittlungsverfahren geführt wird.» Darin gehe es um zwei Fragen: zum einen um eine Spende an den SPD-Landesverband Berlin, «die bei zwei Gelegenheiten im Zusammenhang mit einem behördlichen Verfahren von mir gefordert worden sein soll». «Zum anderen geht es um eine behauptete unzulässige Weitergabe eines Bieterangebotes als Geschäftsgeheimnis im Zusammenhang mit einem Bieterverfahren für eine Immobilie.» Diese Vorwürfe seien unbegründet.
Büroräume und Wohnung durchsucht
Die strafrechtlichen Ermittlungen waren am Mittwoch bekanntgeworden, mitten im Berliner Wahlkampf vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Die Behörde ließ Büroräume Krachs in Hannover, dessen Wohnung im Berliner Ortsteil Schöneberg und die SPD-Landesparteizentrale in Berlin-Wedding durchsuchen. Dabei sei Krachs Handy sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft nun mit.
Krach war vor dem Berliner Wahlkampf als Regionspräsident in Hannover tätig, hatte sich ab dem 23. März dieses Jahres aber beurlauben lassen.
Krach geht in die Offensive
Stunden bevor sich die Behörde zu den konkreten Tatvorwürfen äußerte, war Krach am Donnerstag in die Offensive gegangen und hatte zu den Ermittlungen umfassend Stellung genommen.
Auf einer Pressekonferenz wies der 47-Jährige den Verdacht der Bereicherung «mit aller Deutlichkeit» zurück und stellte absolute Transparenz in Aussicht. «Ich habe niemals privat Geld angenommen. Und ich habe auch niemals als SPD-Vorsitzender hier in Berlin eine Spende angenommen», sagte er. «Ich habe nichts zu verbergen.» Bei Interesse könnten Ermittler seine Konten einsehen.