Berlin: Clanboss Remmo auf Linken-Wahlparty gesichtet - "verstörendes Signal"
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Berlin, Montag, 21. Sept. 2026
Der Sonntagabend versetzte Politiker und Wähler der Berliner Linkspartei in Ekstase. Bei der Wahlparty kam es allerdings zum Eklat, als plötzlich der berüchtigte Clan-Chef Issa Remmo auftauchte.
Update vom 21.09.2026: Clan-Boss Remmo auf Linken-Wahlparty gesichtet - "verstörendes Signal"
Die Linke in Berlin-Neukölln hat nach dem Besuch eines bekannten Clan-Mitglieds auf einer Wahlparty erklärt, dass es keine politischen oder persönlichen Beziehungen zu dieser Person gibt. "Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten", sagte Jorinde Schulz vom Bezirksvorstand der Neuköllner Linken auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Weiter erklärte Schulz: "Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person." Der Besuch der Wahlparty habe daran "selbstverständlich nichts geändert".
"Das wird die Linke klären müssen": Kritik an Besuch von Clan-Chef Remmo
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich auf X: "Dass Issa Remmo auf der Wahlparty der Berliner Linken auftaucht, ist ein verstörendes Signal. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, muss unmissverständlich deutlich machen, dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören." Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, sagte im ZDF: "Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun." Nach ihren Worten war das Clan-Mitglied nicht eingeladen.
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Die Landesvorsitzende der Grünen, Nina Stahr, zeigte sich sehr überrascht von dem Vorfall. "Das wird die Linke klären müssen, was da passiert ist, warum das passiert ist", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie erwarte, dass der Landesverband der Linken mit den Verantwortlichen in Neukölln spricht – sowohl im Hinblick auf diesen Vorfall als auch im Hinblick auf die Antisemitismus-Debatte der vergangenen Wochen. "Da ist ganz klar, dass es hier eine Klarheit geben muss, bevor eine Regierungsbildung kommt", sagte Stahr.
Währenddessen erregte der Wahlsieg von Elif Eralp auch in der Türkei große Aufmerksamkeit - und das nicht nur, weil sie als Spitzenkandidatin der Linken bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus einen bedeutenden Erfolg erzielt hat. Auch die türkischen Wurzeln der Politikerin werden im Heimatland ihrer Eltern hervorgehoben.
Eralp im Blickpunkt: Große Aufmerksamkeit aus der Türkei
"Historisches Ergebnis in Deutschland: In Berlin geht der Sieg an die Partei der türkeistämmigen Bürgermeister-Kandidatin Elif Eralp", titelte der Fernsehsender Halk TV. Und die Tageszeitung Sözcü schrieb: "Türkische Kandidatin sprengt die Urnen; die Deutschen sagten 'Elif'!". Eralp selbst hatte in ihrer Ansprache direkt nach der ersten Prognose am Abend auf Türkisch gesagt: "Wir haben Geschichte geschrieben, Freunde."
Eralp wäre nicht nur die erste linke Berliner Regierungschefin, sondern auch die erste mit Migrationshintergrund. Eralps Eltern flohen als Sozialisten und Gewerkschafter nach dem Militärputsch aus der Türkei, ihre Mutter war damals mit ihr schwanger. Geboren wurde Eralp dann 1981 in München. Die türkische Medienplattform Serbestiyet schrieb am Abend: "Die Tochter einer Familie, die nach dem Putsch vom 12. September floh, steht in Berlin kurz vor dem Amt der Regierenden."