Berlin: Bärbel Bas kämpft auf DGB-Kongress gegen Sozialabbau
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Dienstag, 12. Mai 2026
Bärbel Bas verspricht auf dem DGB-Kongress ihren Einsatz gegen Sozialabbau und betont die Bedeutung gerechter Reformen. Die geplante Änderung des Arbeitszeitgesetzes sorgt weiterhin für Streit in der Koalition.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) um Unterstützung bei Reformen geworben und ihren persönlichen Einsatz gegen den Abbau sozialer Leistungen zugesagt. "Die Unterschiede zwischen Union und uns waren selten so deutlich spürbar wie heute", sagte Bas vor den Delegierten des DGB-Bundeskongresses in Berlin.
"Reform heißt nicht gleich Kürzungen, sondern ich möchte unsere soziale Sicherung nicht kleiner, sondern intelligenter machen", so Bas, besonders im Hinblick auf die angekündigte Sozialstaatsreform. Wenige Stunden nachdem Kanzler Friedrich Merz (CDU) von den Delegierten für seine Ankündigung geplanter Reformen ausgebuht worden war, erhielt Bas immer wieder Applaus.
Deutliche Worte: Gewerkschaften und Bas weiterhin für Acht-Stunden-Tag
Sie werde weiterhin gegen den Abbau von Arbeitnehmerrechten kämpfen, versicherte die SPD-Chefin. "Darauf könnt Ihr Euch verlassen." Am Dienstagabend (12. Mai 2026) beraten Bas, SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil sowie die anderen Führungsmitglieder der Koalition mit Merz und den Unionsspitzen im Kanzleramt über ihren weiteren Kurs.
Die Tage zuvor hatten teils offene Spannungen das Bild von Schwarz-Rot nach außen bestimmt. Ausdrücklich ging Bas auf die ablehnende Haltung des DGB zur geplanten Änderung des Arbeitszeitgesetzes ein. "Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag", sagte die Arbeitsministerin. Der DGB lehnt die geplante Abschaffung des Acht-Stunden-Tags ab.
Bas rief dazu auf, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden. Bas ist im Kabinett für mögliche Änderungen am Arbeitszeitgesetz zuständig. Bas verwies auch auf Vizekanzler Klingbeil, der bereits am Vortag in einer ebenfalls überwiegend positiv aufgenommenen Rede seine Reformziele bei der Einkommensteuer bekräftigt hatte.
Im Fokus: "Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft"
"Gemeinsam sorgen wir dafür, dass soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft zusammen gedacht werden", sagte Bas, worauf es nach einer kurzen Pause etwas Applaus gab.
Charmeoffensive von Bas Bas erinnerte an ihre familiäre Herkunft, als "immer hart gearbeitet" worden sei und man gewusst habe: "Nichts ist selbstverständlich." Sie lobte die "vielen fleißigen Menschen" in unserem Land und warnte eindringlich vor Rechtsextremismus. Beim für den DGB zentralen Thema Altersvorsorge versprach Bas, sich für eine verlässliche Rente einzusetzen. Merz hatte zum Unmut der Gewerkschafter für mehr Kapitaldeckung in der Rente geworben.