Berlin: Auto rast in in Menschenmenge und tötet Frau - Fahrer auf der Flucht
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Berlin, Sonntag, 26. Juli 2026
Dramatische Szenen am Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Eine Frau stirbt, viele werden verletzt. Was bislang zu den Hintergründen bekannt ist.
Bei einem friedlichen, farbenfrohen Fest gibt es mindestens ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte: Die Polizei in Berlin sucht nach dem Fahrer, der einen Kastenwagen in eine Menschenmenge nahe des Christopher Street Days gesteuert hat. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (25./26. Juli 2026) teilte die Polizei mit, dass sie einen mutmaßlichen Verdächtigen identifiziert habe. "Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet", sagte Polizeisprecher Florian Nath.
Nach dem 21-jährigen Mann wird mit einem Foto gefahndet. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B., wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin mitteilten. Die Behörden ermitteln "aufgrund des Verdachts eines Anschlags".
Auto in Berlin in Menschenmenge gerast - Polizei und LKA warnen
Die Behörden warnten: "Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!" Der Verdächtige wird als schlank und etwa 1,90 Meter groß beschrieben. Er hat nach Informationen der dpa Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
Die ausgelassene Stimmung im Herzen der Hauptstadt fand am Samstag gegen 22 Uhr ein abruptes Ende, als der weiße Lieferwagen in der Nähe des Potsdamer Platzes plötzlich in die Menschenmenge gefahren wurde.
Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen. Neben ihr gab es nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz 16 Verletzte, von denen drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht verletzt wurden. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Personen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.
Griff der Täter auch mit einer Stichwaffe an?
Der Täter war mit seinem Transporter laut Polizeisprecher Nath am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße unterwegs gewesen. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor das Fahrzeug einen Baum rammte. Der Fahrer sei dann ausgestiegen und in unbekannte Richtung geflüchtet.
Was dann geschah, war bis zum Morgen teilweise unklar. "Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat", sagte Nath. Zeugenangaben zufolge sollen einige Menschen durch Stiche verletzt worden sein, manche wollen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben.