Spritpreise sinken nur rund 3 Cent - Forderung nach mehr
Autor: dpa
, Donnerstag, 09. April 2026
Der Absturz der Ölpreise kommt nur teilweise an der Zapfsäule an, doch erste Zahlen vom Donnerstag deuten auf einen weiteren Rückgang hin. Unterdessen geht die Debatte um mögliche Entlastungen weiter.
Mit dem Absturz der Ölpreise am Mittwoch sind auch Diesel und Benzin billiger geworden, wenn auch nur um einige Cent. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitts des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag.
Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten - das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt, nach davor elf Anstiegen in Folge.
Der Rückgang an der Zapfsäule um 1,5 beziehungsweise 1,1 Prozent folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Ölpreise, die von Dienstag auf Mittwoch um zweistellige Prozentzahlen gesunken waren, nachdem sich die Situation im Nahen Osten entspannt hatte. Am Donnerstagvormittag stieg der Ölpreis wieder etwas, blieb aber deutlich unter dem Niveau des Dienstags.
Mittagssprung deutet in Richtung weiter sinkender Spritpreise
Auch am Donnerstag verteuerte sich Sprit am Mittag - seit 1. April ist nur noch dann eine Erhöhung erlaubt. Der Sprung selbst fiel zwar etwas höher aus als am Mittwoch. Allerdings lagen die Preise für die Kraftstoffe sowohl vor als auch nach der mittäglichen Erhöhung deutlich niedriger als zum jeweils gleichen Zeitpunkt des Vortages. Das deutet darauf hin, dass auch der Tagesdurchschnittspreis für den Donnerstag einige Cent niedriger ausfallen könnte.
Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen des niedrigeren Ölpreises vollständig an den Tankstellen ankommen. Auch aus früheren Krisen ist dieser sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt bekannt - einem schnellen, starken Preisanstieg folgt ein nur langsamer Rückgang.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, will mehr Tempo: Er sagte dem «Handelsblatt»: «Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal - und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln.» Die Preiserhöhungen seien davor sehr schnell weitergegeben worden. «Es wäre nur folgerichtig, wenn das in die andere Richtung genauso gilt.»
Mundt betont aber die Grenzen der Macht seiner Behörde. Sie könne die Preise nicht «auf Knopfdruck senken», sagt er. «Unsere Aufgabe ist es, zu prüfen, ob Regeln verletzt werden, und dann konsequent einzugreifen.» Das gehe nicht in wenigen Tagen, weil man belastbare Belege brauche.