Landwirte unter Druck – Hitze und Kosten belasten die Ernte
Autor: dpa
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Großer Kostendruck, Wetterextreme und eine neue Debatte um Minijobs - unter deutschen Landwirten herrscht Frust. Sie kämpfen ohnehin ums Überleben, beklagt Bauernpräsident Rukwied zum Ernteauftakt.
Für Landwirte in Deutschland ist jetzt Hochsaison auf dem Mähdrescher - doch die Getreideernte ist überschattet von Wetterextremen und gestiegenen Kosten. Schlechte Stimmung löst zudem die Debatte um einen möglichen Wegfall von Minijobs und das Ende des Tankrabatts aus.
«Gerade auch wir in der Landwirtschaft, neben der Gastronomie, sind auf Minijobber angewiesen», sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, im brandenburgischen Ransdorf südlich in Berlin. Sie helfen bei der Ernte und der Aussaat. «Für uns sind sie nicht ersetzbar und insofern bedeutet das eine weitere Belastung der Landwirtschaft, die im Moment schon ums Überleben kämpft.»
Eine Abschaffung von Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat gehört zu den Vorschlägen für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition, die eine Regierungskommission vorgelegt hatte. Änderungen sind aber noch offen.
Ernteeinbußen wegen extremer Hitze möglich
Zudem kann die extreme Hitzephase im Juni laut Bauernverband auch zu Ernteeinbußen führen. «Insofern befürchten wir, dass wir hier Ertragsrückgänge, insbesondere bei späteren Kulturarten wie Weizen, hinnehmen müssen», sagte Rukwied. Derzeit geht er aber noch von einer Durchschnittsernte aus - mit regionalen Unterschieden.
Notreife bei Getreide befürchtet
Beim Getreide spricht man auch von Notreife. Der Bauernpräsident erklärte, Getreide schalte ab einer Temperatur über 27 Grad auf einen Selbsterhaltungsmodus. «Es gibt dann Qualitätseinbußen und kleinere Körner. Das heißt am Ende weniger Ertrag», sagte Rukwied. «Die Folgen des Klimawandels sind unmittelbar spürbar. Extremwetterlagen wie Hitze, Starkregen und Trockenperioden treten häufiger auf.»
Die Gesamtfläche für den Getreideanbau liegt laut Verband mit 6,03 Millionen Hektar leicht über dem Vorjahr (5,92 Mio. Hektar).
Bauernpräsident fordert Verlängerung des Tankrabatts
Der Bauernpräsident beklagte wachsenden wirtschaftlichen Druck für die Agrarbetriebe in Deutschland. Er nannte gesunkene Erzeugerpreise, gestiegene Kosten durch Düngemittel- und Dieselpreise sowie zu viel Bürokratie.