Rotstift und Kostendruck bei BASF: 4.800 Stellen weggefallen
Autor: Bernd Glebe, dpa
, Freitag, 27. Februar 2026
Die schweren Zeiten in der Chemiebranche halten an. BASF-Chef Markus Kamieth sieht keine schnelle Erholung und erwartet erneut ein Übergangsjahr. Das bekommen auch die Beschäftigten zu spüren.
Investitionen gedrosselt, Tausende Jobs abgebaut: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF drückt bei seinem Sparkurs aufs Tempo. Der Kostendruck in der Chemieindustrie gerade in Deutschland sei hoch, sagte Vorstandschef Markus Kamieth in Ludwigshafen. Der Dax-Konzern werde deshalb auch in den nächsten Jahren konsequent daran arbeiten, die Produktivität zu verbessern, effizienter zu werden und beim Personal zu sparen.
Der Chemieriese konnte bis Ende vergangenen Jahres eine jährliche Kostensenkung von rund 1,7 Milliarden Euro erreichen. Das avisierte Ziel werde damit um 100 Millionen Euro übertroffen, berichtete Finanzvorstand Dirk Elvermann.
Seinen Sparkurs will der Dax-Konzern weiter verschärfen: Bis Ende des laufenden Jahres peile der Konzern nun jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Milliarden statt ursprünglich geplant 2,1 Milliarden Euro an, kündigte der Manager an. Elvermann bezifferte die Einmalkosten auf 1,9 Milliarden Euro.
Jobabbau auch bei Führungskräften
Als Teil seiner Sparprogramme baut der Chemiekonzern Tausende Jobs ab: Rund 4.800 Beschäftigte hätten das Unternehmen zwischen Ende 2023 und Ende 2025 verlassen, teilte der Manager mit. Etwa die Hälfte davon entfallen laut BASF auf Deutschland. Die Zahl der Führungskräfte sei um elf Prozent gesunken. Ende 2025 beschäftigte BASF damit noch knapp 108.300 Mitarbeiter weltweit.
Zudem sollen die Investitionen nach Angaben des Finanzchefs deutlich sinken: Für die BASF-Gruppe seien Sachinvestitionen von 13 Milliarden Euro von 2026 bis 2029 geplant - 20 Prozent weniger als ursprünglich anvisiert.
Stammwerk Ludwigshafen als Sorgenkind
BASF kämpft mit Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk. Für das Stammwerk in Ludwigshafen, das mit geringer Auslastung kämpft, kündigte Vorstandschef Kamieth keine weiteren größeren Schließungen von Anlagen an. Der bereits angekündigte Mitarbeiterabbau werde sich aber 2026 und im Jahr darauf fortsetzen.
Am Unternehmenssitz arbeiten mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten. Zuletzt erzielten Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt.