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Baruth / Mark: Kind bei Wolfsattacke verletzt - Ermittlungen gegen Mitarbeiterin


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

15837 Baruth/Mark, Donnerstag, 29. Oktober 2026

Ein Wolf greift ein achtjähriges Mädchen in einem Gehege an. Das Kind kommt schwer verletzt in die Klinik. Nun ermittelt die Polizei gegen eine Mitarbeiterin.
Blick auf den Eingangsbereich zum Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark (Brandenburg). Ein Kind ist bei der Attacke eines oder mehrerer Tiere im brandenburgischen Wildpark Johannismühle schwer verletzt worden.


Update vom 29.10.2026: Polizei ermittelt gegen Wildpark-Mitarbeiterin

Nachdem ein achtjähriges Mädchen bei dem Angriff eines Wolfs in einem Wildpark im brandenburgischen Baruth/Mark schwer verletzt worden ist, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die Ermittlungen richteten sich gegen eine Mitarbeiterin, die mit den Kindern im Gehege gewesen sei, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion West. 

Ein Wolf attackierte das Kind am Mittwochmorgen (28. Oktober 2026) in dem Wildpark südlich von Berlin. Das Kind wurde mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Eine Tierpflegerin soll laut dem Landkreis Teltow-Fläming eingegriffen haben. "Die Tierpflegerin verhinderte durch schnelles Handeln weiteres Leid an zwei weiteren Mädchen, die ebenfalls vor Ort waren."

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Die Achtjährige habe sich zusammen mit zwei anderen Kindern und der Mitarbeiterin in einem Gehege befunden, sagte die Sprecherin der Polizei am Tag nach der Wolfsattacke. "Dort wurde sie von mindestens einem Wolf angegriffen". Wie der Vorfall genau abgelaufen sei, sei Teil der Ermittlungen und werde nicht öffentlich gemacht.

Behörden wollen Wolfsangriff im Wildpark aufarbeiten

Der Polizeieinsatz im Wildpark wurde am Mittwoch laut der Sprecherin beendet. Die Einsatzkräfte befragten unter anderem Zeugen. Der Landkreis Teltow-Fläming kündigte an, den Angriff aufzuarbeiten und die Anlagen kontrollieren zu wollen. Der Wildpark blieb zunächst geschlossen.

"Ziel ist es, den Vorfall umfassend zu prüfen und die notwendigen Konsequenzen im Rahmen der gesetzlichen Zuständigkeiten zu ziehen", teilte der Landkreis mit. Auch die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort und will klären, wie es zu dem schockierenden Angriff kam. 

Laut Darstellung des Landkreises kam es während eines Kinderprogramms zu dem Angriff durch das Raubtier. "Der Vorfall ereignete sich vor der regulären Öffnung des Wildparks im Rahmen eines am 28. Oktober 2026 gebuchten Tierpflegertages für Kinder", erklärte die Verwaltung. Laut der Internetseite des Wildparks haben Besucher die Möglichkeit, Tierpfleger bei ihrer Arbeit zu begleiten. In Brandenburg sind noch Schulferien. Unklar blieb, wie nah Kinder Wölfen bei dem "Tierpflegertag" normalerweise kommen dürfen und welche Schutzbarrieren es gibt.

Angriff während Versorgung der Tiere

Der Angriff soll sich der Kreisverwaltung zufolge in der Polarwolfanlage zugetragen haben. "Während der Tränkung der Tiere im Wildgehege griffen die dort gehaltenen Wölfe ein Mädchen an und verletzten es schwer", so der Landkreis in seiner Mitteilung. Der Wildpark wollte sich zum Hergang direkt nicht äußern. U

Der Landkreis bezeichnete den Vorfall als belastend. Notfallseelsorger waren im Einsatz. Der Landkreis plant nun, die Sicherheitsvorgaben und die betrieblichen Abläufe im Wildpark zu überprüfen. Eine Wiedereröffnung der Einrichtung erfolgt erst nach Freigabe durch die zuständige Behörde, wie es hieß. Das Veterinäramt möchte zudem eine tierschutzrechtliche Kontrolle im Wildpark durchführen.

Der Wolfsangriff löste auch beim Wolfcenter Dörverden in Niedersachsen große Anteilnahme aus. Der Betreiber des Wolfcenters schilderte der Deutschen Presse-Agentur, welche Sicherheitsmaßnahmen und Regeln auf seinem Gelände für Besucher gelten.

Nähe zu Wölfen gibt es im Wolfcenter nur hinter einem Zaun

Besucher dürfen im Wolfcenter nicht in das eigentliche Gehege mit den Wölfen hinein. Sie können zwar zwei Tieren näherkommen, jedoch ausschließlich aus einer gesicherten und umzäunten Schleuse heraus, wie der Chef des Wolfcenters, Frank Faß, erklärte. "Diese Tiere kann man durch den Zaun in direkter Nähe erleben."

Dabei handelt es sich um zwei mit der Hand aufgezogene Wölfe: Cosmo und Luna. "Die glauben im übertragenen Sinne, wir gehören ja zum Menschen." Die beiden Wölfe im Gehege kämen ohne Furcht ganz nah an den Zaun heran, so Faß. Die Wölfe drückten sich dabei schon mal gegen den Gitterzaun, sodass man vielleicht das Fell kurz berühren könne.

Die Schleuse ist laut Faß rund fünf Meter breit und siebeneinhalb Meter lang. Sie sei komplett von einem mehr als 3,5 Meter hohen Zaun umgeben.

"Reizarme" Kleidung wichtig

Auf der Internetseite des Wolfcenters heißt es auch: "Es gibt die Möglichkeit, in einem rückwärtigen Gehegebereich, welcher für reguläre Tagesgäste nicht zugänglich ist, die Wölfe durch einen Zaun hindurch zu füttern und gegebenenfalls zu streicheln, wenn diese es zulassen!"

Besucher, die den Wölfen näherkommen möchten als bei normalen Tierpark-Spaziergängen, sollten jedoch "reizarme" Kleidung tragen und Schmuck wie Ringe oder Uhren ablegen, erklärt der Wolfsexperte. Auch auffällige Accessoires wie Zipfelmützen könnten die Tiere neugierig machen.

Zu einem Zwischenfall berichtete Faß von einem Kleinkind, das hinter einen Absperrzaun gestiegen sei. Dabei habe ein Wolf die bauschige Jacke des Kindes so spannend gefunden, dass er versucht habe, die Jacke ins Gehege zu ziehen.

Wolfcenter hält elf Wölfe in fünf Gehegen

Bei anderen Wölfen in der Einrichtung sind Erlebnisse auch innerhalb der Schleusen aus Sicherheitsgründen nicht möglich, wie Faß sagte. "Wölfe sind eben keine Hunde." Im Wolfcenter Dörverden leben nach Betreiberangaben elf Wölfe, verteilt auf fünf eingezäunte Gehege.

2007 hatte ein Wolf im Zoo Hannover eine Tierpflegerin angegriffen und schwer verletzt. Eines der Tiere habe durch den Zaun das Hosenbein der Frau geschnappt. Als sie sich am Zaun abstützte, biss einer der Wölfe zu. In diesem Frühjahr hatte sich in Hamburg ein frei lebender Wolf in eine Einkaufspassage verirrt und eine Frau verletzt.

Frei lebende Wölfe meiden nach Expertensicht die Nähe zum Menschen. Dennoch tauchen sie mitunter in dicht besiedelten Gebieten auf. Faß riet, bei einer Begegnung mit einem Wolf keinesfalls wegzurennen. In Brandenburg leben im bundesweiten Vergleich besonders viele Wolfsrudel. Der Umgang mit den Tieren sorgt für Streit, weil Wölfe immer wieder Schafe und Ziegen reißen. Ihr strenger Schutzstatus wurde zuletzt gelockert. Ein Abschuss soll leichter möglich sein, vor allem wenn Tiere Schutzzäune überwinden und Nutztiere töten.

Ursprungsmeldung vom 28.10.2026: Wolf greift Kind in Wildpark-Gehege an - Mädchen (8) schwer verletzt

Ein achtjähriges Mädchen ist in einem Wildpark bei Baruth/Mark in Brandenburg, südlich von Berlin, von einem Wolf angegriffen und schwer verletzt worden. Das Kind wurde per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Eine Tierpflegerin soll laut Landkreis verhindert haben, dass noch weitere Kinder angegriffen wurden. Die Polizei ermittelt, wie es zu dem Angriff kommen konnte.

Nach Angaben der Polizei befand sich das Mädchen am Mittwochmorgen (28. Oktober 2026) zusammen mit zwei anderen Kindern und einer Mitarbeiterin in einem Tiergehege. Es soll dann von mindestens einem Wildtier angegriffen worden sein, so die Polizei.

Später bestätigte ein Sprecher, dass es sich um einen Wolf handelte. Ein Tiger-Angriff in einem Tierpark in England endete im Oktober 2026 tödlich.

Tier-Angriff in Wildpark - Pflegerin verhinderte wohl Schlimmeres

Wie der Landkreis Teltow-Fläming erklärte, geschah die Wolfsattacke während eines speziellen Programms für Kinder. "Der Vorfall ereignete sich vor der regulären Öffnung des Wildparks im Rahmen eines am 28. Oktober 2026 gebuchten Tierpflegertages für Kinder", teilte der Kreis mit. Laut Internetseite des Wildparks können Besucher dabei Tierpfleger bei ihrer Arbeit begleiten.

Der Angriff soll sich nach Angaben der Kreisverwaltung in der Polarwolfanlage ereignet haben. "Während der Tränkung der Tiere im Wildgehege griffen die dort gehaltenen Wölfe ein Mädchen an und verletzten es schwer", so der Landkreis. Die Tierpflegerin habe durch schnelles Handeln "weiteres Leid an zwei weiteren Mädchen" verhindert, die ebenfalls vor Ort gewesen seien. 

Die Polizei hatte mitgeteilt, das achtjährige Mädchen habe sich am Morgen mit zwei anderen Kindern und einer Mitarbeiterin in einem Tiergehege aufgehalten. Es soll dann von mindestens einem Wildtier angegriffen worden sein. Später bestätigte ein Sprecher, dass es sich um einen Wolf handele. 

Wildpark will sich zum Hergang nicht äußern

Die anderen Personen im Gehege seien "äußerlich unversehrt" geblieben, berichtete die Polizei. Seelsorger waren vor Ort. Bei den Ermittlungen werde untersucht, ob Fahrlässigkeit vorliege. Behörden des Landkreises wollen die Sicherheit im Wildpark nun umfassend prüfen.

Am Morgen gegen 9.30 Uhr habe die Rettungsleitstelle die Polizei über das verletzte Kind informiert. Es habe sich um eine Besucherin gehandelt, so eine Sprecherin der Polizeidirektion. In Brandenburg sind derzeit noch Herbstferien. "Die genauen Umstände des Sachverhalts sind Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Diese dauern weiter an", so die Polizei. Zeugen sollen befragt werden.

Vom Wildpark Johannismühle hieß es: "Wir kooperieren in vollem Umfang mit allen Behörden." Aufgrund der laufenden Verfahren könnten keine weiteren Angaben gemacht werden. "Wir bedauern den Vorfall sehr, und die betroffene Familie hat unsere volle Unterstützung." Am Eingang des Wildparks war an einer Holztür zu lesen: "Heute aus technischen Gründen geschlossen."

Notfallseelsorge im Einsatz

Vier Menschen, darunter drei Kinder, seien durch die Notfallseelsorge betreut worden. "Wenn ein Kind auf diese Weise verletzt wird, macht uns das sehr betroffen. Gerade für die Familie und die Menschen, die diesen Vorfall miterlebt haben, muss das Geschehen äußerst belastend sein", sagte der Beigeordnete des Landkreises Teltow-Fläming, Björn Christian Paterok.

Auch für die Einsatzkräfte könne ein solches Ereignis eine erhebliche Belastung darstellen, hieß es. Die Besatzung des Rettungswagens, der "initial" am Einsatz beteiligt gewesen sei, habe den Dienst an dem Tag nicht fortgesetzt. Eine Nachbesprechung des Einsatzes sei vorgesehen

Der Landkreis kündigte an, die Sicherheitsvorgaben und die betrieblichen Abläufe im Wildpark zu überprüfen. Eine Wiedereröffnung der Einrichtung erfolge erst nach Freigabe durch die zuständige Behörde, hieß es. 

Veterinäramt will Kontrollen durchführen

Das Veterinäramt wolle auch eine tierschutzrechtliche Kontrolle im Wildpark durchführen. "Eine fachliche Einschätzung zum Gesundheitszustand und zum Verhalten des Wolfs beziehungsweise der möglicherweise beteiligten Wölfe im Zusammenhang mit dem Vorfall liegt derzeit noch nicht vor."

Die Betriebsgenehmigung für den Wildpark enthält laut Landkreis konkrete Anforderungen an die Sicherheit und den Zustand der Tierhaltungsanlagen. Dazu gehöre, dass die Gehege von Raubtieren und Wisenten täglich auf mögliche Schwachstellen überprüft werden, durch die Tiere entweichen könnten. 

Der Wildpark Johannismühle, der seit 30 Jahren bestehe, habe mehrere Betreiber- und Geschäftsführungswechsel erlebt. "Bei früheren Vor-Ort-Kontrollen festgestellte Mängel wurden nach Angaben des Landkreises im Ergebnis behoben."

Wildpark hält verschiedene Wild- und Raubtiere

Bei der Überprüfung am 23. Juli 2025 seien keine sicherheitsrelevanten Mängel an Zäunen oder Einfriedungen festgestellt worden, so die Verwaltung weiter. Nach der seinerzeit dokumentierten Auskunft des Wildparks werden die sicherheitsrelevanten Zäune jeden Morgen vor der Öffnung auf Schäden kontrolliert.

Der private Wildpark bei Baruth/Mark rund 45 Kilometer südlich von Berlin hält verschiedene Arten von Wild- und Raubtieren in Gehegen. Auf Internetseiten der Einrichtung sind neben Hirschen und Rehen unter anderem Grau- und Polarwölfe, ein Braunbär und ein Luchs zu sehen. In Brandenburg leben auch in freier Wildbahn inzwischen zahlreiche Wolfsrudel.

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