Kommt die Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel?
Autor: dpa
, Freitag, 27. März 2026
Eine Taskforce der Koalition berät regelmäßig über Maßnahmen gegen die Folgen des Iran-Krieges. In einer aktuellen Sitzung ging es um die Lebensmittelpreise. Kommt eine Mehrwertsteuersenkung?
Experten der schwarz-roten Koalition sehen wegen des Iran-Krieges aktuell noch keine spürbaren Preissteigerungen bei Lebensmitteln, wollen aber Vorkehrungen für einen solchen Fall treffen. Auch über eine mögliche Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, wie etwa von Verbraucherschützern und Linkspartei gefordert, wird in der Koalition verstärkt nachgedacht.
«In einem Gesamtpaket kann ich mir gut vorstellen, die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel auf null zu senken», sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) der «Welt am Sonntag». «Damit könnten wir auch etwas gegen die Inflation tun, die im Zuge des Iran-Kriegs wieder anzieht, weil Öl und Kraftstoffe teurer werden.» Er schränkte ein: «Wie gesagt: Am Ende ist das Gesamtpaket entscheidend.»
Merz hatte mögliche Senkung schon angedeutet
Aktuell fällt auf die meisten Waren eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent an, für ausgewählte Lebensmittel gilt ein reduzierter Satz von 7 Prozent. Über Änderungen bei der Mehrwertsteuer wird aktuell grundsätzlich wegen der angespannten Haushaltslage diskutiert. Dem Vernehmen nach hatte die Bundesregierung den Effekt einer Erhöhung durchrechnen lassen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte aber auch eine mögliche Senkung an anderer Stelle angedeutet: «Es wäre ja zum Beispiel auch denkbar, zur Entlastung der Haushalte mit sehr niedrigen Einkommen den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel deutlich zu senken.» Dies wäre eine Option, die er nicht ausschließe, sagte Merz am Mittwoch im Bundestag.
Taskforce tagt - bisher kein Preisanstieg bei Lebensmitteln
In Berlin traf sich kurz vor dem Wochenende zum dritten Mal eine von der schwarz-roten Koalition eingesetzte Taskforce zu den Auswirkungen des Iran-Krieges. Die Lebensmittelpreise standen dieses Mal im Mittelpunkt.
«Wir haben miteinander festhalten und feststellen müssen, dass die Auswirkungen bei den Lebensmittelpreisen kurzfristig nicht spürbar sind», sagte Sepp Müller (CDU), Co-Chef des Gremiums im Anschluss. Das sei auch von Experten, die eingeladen gewesen seien, gespiegelt worden.
Müllers Co-Vorsitzender Armand Zorn (SPD) sagte, derzeit sei kein Spillover (Übergreifen) auf die Lebensmittelpreise zu beobachten. Ähnlich äußerte sich auch die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Ramona Pop, die an der Sitzung teilnahm.