ZF schreibt wieder Gewinne – Schulden bleiben hoch
Autor: dpa
, Donnerstag, 30. Juli 2026
ZF hat die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Der Autozulieferer schreibt wieder schwarze Zahlen. Doch hohe Schulden und die schwache Autokonjunktur bleiben eine Belastung.
Nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten schreibt der Autozulieferer ZF wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern vom Bodensee unter dem Strich 122 Millionen Euro, wie Finanzchef Michael Frick mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 195 Millionen Euro angefallen. Frick zeigte sich optimistisch, dass der Konzern das Gesamtjahr mit schwarzen Zahlen abschließen wird.
ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich führte den Gewinnsprung auf Kostendisziplin, eine bessere operative Leistung und die stärkere Konzentration auf profitable Produkte zurück. «Der Weg bleibt anspruchsvoll, doch jeder Schritt baut Altlasten ab und erweitert unseren Handlungsspielraum», hieß es in einer Mitteilung.
2025 hatte das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee tiefrote Zahlen geschrieben. Der Verlust hatte vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau 2,1 Milliarden Euro betragen. Auch 2024 schloss der Konzern mit einem Minus ab. Damals betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro.
Schulden bleiben hoch
Der Umsatz sank den Angaben nach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um zwei Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurs- sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen legte ZF jedoch leicht um 0,5 Prozent zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg in der ersten Jahreshälfte um 111 Millionen Euro auf 964 Millionen Euro.
Die Schulden blieben mit rund 9,8 Milliarden Euro hoch - im ersten Halbjahr 2025 lagen sie aber noch bei 10,5 Milliarden. Diese zu senken, ist eines der Hauptziele von Miedreich, der seit Oktober Chef des zweitgrößten deutschen Zulieferers ist. Aufgenommen wurden die Kredite insbesondere für die Käufe des Bremsenspezialisten Wabco und des Zulieferers TRW. Aktuell muss ZF, anders als früher, jährlich Hunderte Millionen Euro Zinsen zahlen. Geld, das an anderer Stelle fehlt - und nicht in Zukunftsprodukte investiert werden kann.
Dem Konzern zu schaffen macht außerdem - wie anderen Zulieferern - die aktuell niedrige Fahrzeugproduktion und damit ausbleibende Aufträge der Autohersteller. Auch die hohen Kosten für den Wandel zum Elektromotor belasten. ZF hat neben Getrieben unter anderem auch Lenksysteme, Antriebe, Bremsen, Sicherheitstechnik und Fahrwerkskomponenten im Angebot.
Sicherheitstechnik bleibt bei ZF
Um die Schulden schneller abbezahlen zu können, wollte ZF auch die frühere Division «Passive Sicherheitstechnik» verkaufen. Dafür wurde die Sparte, die hauptsächlich Airbags und Sicherheitsgurte fertig, nach der Ankündigung im Herbst 2022 mit viel Aufwand aus dem Konzern herausgelöst. Heute firmiert sie als Tochter unter dem Namen ZF Lifetec.