- Gottesdienstbesucher und Menschen, die zum Beten kommen
- Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins
- Personen, die Opferlichter anzünden möchten
- Besucher, die in bestimmten Bereichen still beten möchten
An den bewährten Öffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr ändert sich nichts. Wie hoch die Gebühr ausfallen wird, steht allerdings noch nicht fest. In den kommenden Wochen soll die genaue Summe festgelegt werden.
Finanzkrise nach Corona
Dompropst Monsignore Guido Assmann machte deutlich, welche Faktoren zu dieser Entscheidung geführt haben. Gestiegene Personal- und Sachkosten belasten das Budget massiv. Besonders schwer wiegen dem Kölner Dom zufolge die Folgen der Corona-Pandemie, die die Rücklagen nahezu aufgezehrt hat. Bereits in der Vergangenheit hatte die Domverwaltung versucht, gegenzusteuern. Die Preise für die Turmbesteigung und den Besuch der Schatzkammer wurden erhöht. Zudem musste Personal abgebaut werden – die Zahl der Mitarbeiter in der Dombauhütte sank von 100 auf 85.
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Diese Sparmaßnahmen brachten jedoch nur kurzfristige Entlastung. Die strukturellen Probleme ließen sich damit nicht lösen. Nun bleibt als letzte Option die Einführung der Besichtigungsgebühr, um den Fortbestand und die Pflege des monumentalen Bauwerks zu sichern.
Die Entscheidung dürfte kontrovers diskutiert werden. Kritiker befürchten, dass eine Eintrittspflicht dem sakralen Charakter der Kathedrale widerspricht. Befürworter argumentieren hingegen, dass viele bedeutende Kirchen in Europa längst Eintritt verlangen und der Dom ohne zusätzliche Einnahmen nicht mehr zu erhalten sei. Mit der Einführung der Gebühr betritt der Kölner Dom Neuland. Jahrhundertelang stand die Kathedrale allen Menschen offen – unabhängig von ihrem Geldbeutel. Ab Mitte 2026 wird sich dies zumindest für Touristen ändern, während Gläubige weiterhin kostenfrei Zugang haben werden.
Europa und Deutschland: Diese berühmten Kirchen kosten Eintritt
Während der Kölner Dom ab Mitte 2026 erstmals eine Besichtigungsgebühr für Touristen einführt, ist er damit in Europa keineswegs allein. Zahlreiche bedeutende Gotteshäuser auf dem Kontinent verlangen längst Eintritt – manche seit Jahrzehnten. Ein Überblick zeigt: Die Regelungen unterscheiden sich erheblich, doch eines haben fast alle gemeinsam: Gläubige zahlen nichts.
Europas kostenpflichtige Kathedralen
In Barcelona gehört die Sagrada Família zu den teuersten Kirchenbesuchen Europas. Für den einfachen Eintritt ohne Turmbesteigung zahlen Erwachsene derzeit 26 Euro, wie die offizielle Website der Sagrada Família berichtet. Mit Audioguide steigt der Preis auf 33 Euro. Antoni Gaudís unvollendetes Meisterwerk finanziert sich maßgeblich über diese Einnahmen – schließlich wird noch immer gebaut.
Der Mailänder Dom verlangt ebenfalls Eintritt. Für die Besichtigung der Kathedrale samt Zugang zur Dachterrasse mit Aufzug werden rund 25 Euro fällig, so Milan-Tourist.com. Wer die Stufen nimmt, zahlt etwa 17 Euro. Die spektakuläre Aussicht auf Mailand macht den Preis für viele Besucher wett.
Londons Westminster Abbey schlägt mit etwa 30 Pfund (umgerechnet rund 35 Euro) für Erwachsene zu Buche, laut der offiziellen Website der Westminster Abbey. Senioren und Studierende zahlen 27 Pfund. Kinder unter fünf Jahren haben freien Zugang. Die Krönungskirche der britischen Monarchen finanziert sich nahezu vollständig aus Besuchereinnahmen.
Kostenfreie Zugänge – mit Ausnahmen:
Deutschland: Freier Zugang als Tradition
In Deutschland ist der freie Kirchenzugang noch die Regel. Der Aachener Dom, Deutschlands erstes UNESCO-Weltkulturerbe, verlangt keinen Eintritt. Lediglich die Domschatzkammer kostet 7 Euro für Erwachsene und 4 Euro ermäßigt, gemäß der offiziellen Website der Domschatzkammer.
Die Frauenkirche Dresden bleibt ihrem Prinzip der offenen Kirche treu. Der Eintritt ist kostenfrei, wie die Frauenkirche Dresden mitteilt. Nur der Aufstieg zur Aussichtsplattform in 67 Metern Höhe kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro). Das Ulmer Münster, Heimat des höchsten Kirchturms der Welt, verlangt seit Juli 2024 für die Turmbesteigung 7 Euro statt zuvor 5 Euro – eine Steigerung um 40 Prozent, so der SWR.
Eine Ausnahme bildet der Berliner Dom. Als eine der wenigen Kirchen Deutschlands verlangt er generell Eintritt: 10 Euro für Erwachsene, ermäßigt 7,50 Euro, dem Portal Berlin-Reiseinfo zufolge. Der Grund: Die Domgemeinde muss 97 Prozent ihres Jahresbudgets selbst erwirtschaften – Kirchensteuern decken nur drei Prozent ab.
Deutschlands Publikumsmagnet: Der Kölner Dom als Touristenattraktion
Mit rund sechs Millionen Besuchern pro Jahr ist der Kölner Dom die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands und zugleich eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas. Die gotische Kathedrale zieht Menschen aus aller Welt magisch an – selbst im tristen Januar 2025 pilgerten wöchentlich 80.000 Besucher durch das monumentale Bauwerk, wie Dompropst Guido Assmann berichtete. Seit 1996 trägt der Dom den Titel UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als herausragende Leistung gotischer Architektur mit universeller Bedeutung.
Die Anziehungskraft des Doms speist sich aus seiner einzigartigen Kombination von spiritueller Bedeutung, architektonischer Meisterleistung und kunsthistorischen Schätzen. Besonders der Dreikönigsschrein – der größte Reliquienschrein des Abendlandes – und das Gerokruzifix von 980, die erste monumentale Darstellung des gekreuzigten Jesus im Abendland, ziehen Kunstliebhaber und Pilger gleichermaßen an. Rund 100 Mitarbeiter der Dombauhütte arbeiten täglich daran, dieses lebendige Gesamtkunstwerk zu erhalten – getreu dem Kölner Sprichwort: "Wenn der Dom fertig ist, geht die Welt unter".
Doch der Besucheransturm hat auch seine Schattenseiten: Immer wieder erreichen das Domkapitel Beschwerden über die starke Geräuschkulisse und den großen Andrang im Inneren der Kathedrale. Die geplante Eintrittspflicht ab Mitte 2026 könnte hier für Entlastung sorgen – und gleichzeitig die notwendigen Mittel generieren, um Deutschlands populärste Sehenswürdigkeit auch für künftige Generationen zu bewahren. Der Dom bleibt damit, was er immer war: ein Ort, an dem sich sakrale Bedeutung, kulturelles Erbe und touristische Faszination auf einzigartige Weise verbinden. Die Diskussion um Kirchenfinanzierung versus freien Zugang dürfte damit jedoch neu entflammen – ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und spiritueller Offenheit.