Albstadt: Familie stirbt bei Explosion in Haus - Suche nach Ursache
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Albstadt, Donnerstag, 08. Januar 2026
Lange wird nach einer Familie gesucht, dann ist klar: Vater, Mutter und Kind sind in den Trümmern ihres Hauses ums Leben gekommen. Viele Hintergründe der Explosion sind noch unklar.
Bei einer Explosion in Albstadt im Süden von Baden-Württemberg sind drei Menschen ums Leben gekommen. Es ist noch stockdunkel und eiskalt, als die Bewohner der Stadt abrupt aus dem Schlaf gerissen werden, weil es in einem Wohnhaus eines stillen Wohngebiets zu der Detonation kommt. Die Kraft der Explosion ist derart groß, dass auch an benachbarten Gebäuden die Dächer beschädigt oder die Fenster eingedrückt werden. Von dem betroffenen Gebäude selbst bleiben nur Trümmer, eine Dachgaube liegt auf Augenhöhe der Rettungskräfte auf dem Schutthaufen.
Lange ist unklar, ob vor dem Einsturz Bewohner in dem Haus waren. Die Trümmerschichten müssen Stück für Stück von Hand abgetragen werden. Weil Menschen unter Steinen und Holz vermutet werden, könnten keine Maschinen zum Einsatz kommen, erklärt die Feuerwehr. Auch sonst ist der Einsatz schwierig. Zwischendurch setzt Schneefall ein und der Winterdienst muss gegen die spiegelglatte Straße weiterhelfen.
Tödliche Explosion in Albstadt - Stadtverwaltung erschüttert
Am Donnerstagnachmittag (8. Januar 2026) kommt dann die bittere Nachricht: Drei Menschen sind bei dem Unglück gestorben, teilt die Polizei mit. Bei den Toten handelt es sich um eine Familie: den 33 Jahre alten Vater, die 30 Jahre alte Mutter und ein sechsjähriges Kind. Die Stadtverwaltung zeigte sich erschüttert: "Wir trauern um die drei Opfer dieses tragischen Unglücks! Unser Beileid gilt der Familie, den Freunden und Angehörigen", heißt es auf der Website.
Der Grund für die Detonation ist laut der Polizei noch völlig unklar. Einen Anschlag könne man nach aktuellem Stand jedoch ausschließen, sagte eine Sprecherin. Es werde untersucht, ob die Explosion möglicherweise im Zusammenhang mit einem Gasaustritt stehe. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) hatte von einer Gasexplosion gesprochen und betont, es gebe keinen Grund zur Befürchtung weiterer Explosionen, die Gaszufuhr in der gesamten Straße sei unterbrochen worden.
Bei der Explosion wurden auch mehrere benachbarte Gebäude beschädigt. Bei sieben bis neun Gebäuden in der direkten Umgebung seien Schäden an Dächern entstanden oder Fenster eingedrückt worden, sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung.
Tödliche Explosionen sind selten
Man habe als Stadt bereits mehrere Handwerksbetriebe damit beauftragt, die Gebäude schnellstmöglich wieder bewohnbar zu machen, so die Sprecherin. "Inwieweit das noch heute möglich ist, können wir noch nicht sagen." Man habe eine Notunterkunft eingerichtet, in der derzeit zwischen 20 und 30 Anwohner betreut würden. Am Abend teilte die Sprecherin dann mit, dass nahezu alle Anwohner wieder zurück in ihre Häuser kehren könnten. Bis auf die Bewohner eines Hauses. Diese seien von der Stadt in einem Hotel untergebracht worden.
Ähnliche Vorfälle sind eher selten. Im Februar 2025 etwa kam ein 73-Jähriger bei einer Detonation in Stutensee im Landkreis Karlsruhe ums Leben. Der Bewohner hatte im Bett gelegen, als die Decke am frühen Morgen über ihm einstürzte. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass eine selbstgebaute, mit Flüssiggas betriebene Heizung die Detonation verursacht hatte. Im November 2024 starb ein Mann nach einer Detonation in einem Wohnhaus im rheinland-pfälzischen Worms.