AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt: Merz mit Eingeständnis bei Reaktion
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Berlin, Montag, 07. Sept. 2026
Der Kanzler gibt sich nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt schockiert, demütig, selbstkritisch - aber auch kämpferisch. In zwei Wochen wird sich zeigen, wie viel Rückhalt er in der CDU noch hat.
Obwohl er sich "schockiert" über den überwältigenden Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zeigte, bleibt Bundeskanzler Friedrich Merz entschlossen, für den Erfolg seiner schwarz-roten Bundesregierung zu kämpfen. "Aufgeben ist für mich keine Option", sagte der CDU-Vorsitzende nach den Parteigremiensitzungen in Berlin. Er betonte, für vier Jahre gewählt worden zu sein und seiner Verantwortung gerecht zu werden. Merz machte klar, dass er am Reformkurs der Regierung festhalten möchte, kündigte jedoch Gespräche mit der SPD. Die will sich besonders nochmal auf die Rentenfrage fokussieren.
Der Kanzler zeigte sich demütig und gestand ungewöhnlich offen eigene Fehler sowie Schwächen ein. Er habe das Problem, dass viele Menschen seinen Gedanken und Einschätzungen nicht folgen könnten oder wollten, sagte er. "Das ist meine Bringschuld und die nehme ich an."
Merz kämpferisch trotz AfD-Erfolg - Autorität des Kanzlers angeknackst
Die CDU hatte bei der Wahl in Sachsen-Anhalt einen beispiellosen Absturz von 37,1 auf 17,2 Prozent erlitten - ein Minus von fast 20 Prozentpunkten. "Dies ist die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten eingefahren hat", sagte Merz dazu. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich nach dem Wahlsieg der AfD.
Parteiintern wird dem Kanzler die Niederlage angelastet - wenn auch nicht offen. Die Autorität des CDU-Vorsitzenden gilt seit dem umstrittenen Personalumbau vor der Sommerpause als deutlich angeknackst. Es wird spekuliert, ob ihn die Landtagswahlen in zwei Wochen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu Fall bringen könnten.
Für Merz kommt erschwerend hinzu, dass die SPD nun zweifelt, ob das vor dem Sommer beschlossene Reformprogramm wirklich so gut ist wie dargestellt. Reformen seien wichtig, betonen auch die SPD-Führungskräfte. "Aber wir dürfen die Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen", betonte Bärbel Bas in der Parteizentrale.
SPD will an Reformen schrauben
"Wenn Menschen hören, dass sie mehr und länger arbeiten sollen, weniger krank sein sollen und es grundsätzlich härter wird, dann schafft das Verunsicherung", sagte Bas - das richtet sich offenkundig gegen Merz. Nun müsse man mit dem Kanzler darüber sprechen, "wie wir den Menschen die Angst nehmen für die Reformen".