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Zwei Menschen in der Oberpfalz erschossen - "Stimmung ist fatal"


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Berngau, Freitag, 09. Oktober 2026

Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle in der Oberpfalz wurden eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts erschossen. Bürgermeister, Innenminister und Kollegen äußern sich.
Thomas Meier, Bürgermeister von Berngau, spricht von großer Bestürzung in Berngau.


Update vom 09.10.2026, 13.21 Uhr: Bürgermeister und Kollegen trauern um getötete Mitarbeiter des Landratsamts 

In Berngau ist der Schock groß: "Die Betroffenheit ist enorm", sagte der Erste Bürgermeister Thomas Meier (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. "Die Stimmung ist tatsächlich fatal." In der Gemeinde mit ihren etwa 2600 Einwohnern herrsche Unverständnis über die Tat, die Menschen hätten Mitgefühl mit den Angehörigen. Die Mitarbeitenden des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz trauern ebenfalls um ihre bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle getöteten Kollegen.

"Wir haben gestern durch die schreckliche Tat eines Einzelnen zwei liebgewonnene und sehr zuverlässige Mitarbeiter bei uns im Landratsamt Neumarkt verloren", sagte Landrat Martin Meier (Freie Wähler) am Morgen nach den dramatischen Ereignissen. "Es ist schrecklich, es ist eine unfassbare Tat, es ist grauenvoll, und wir können das Ganze noch gar nicht richtig einordnen und auch noch nicht richtig greifen." Bei dem Mann, der die zwei Behördenmitarbeiter getötet haben soll, handelt es sich nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) um einen Jäger und Sportschützen.

Sein Motiv sei völlig unklar. Polizeilich sei der 60-Jährige zuvor nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht bekannt gewesen. Es gebe auch keine Hinweise auf eine wie auch immer geartete extremistische Gesinnung, sagte Herrmann am Rande eines Termins in Oberschleißheim. Weder Staats- noch Verfassungsschutz hätten bisher irgendwelche Erkenntnisse über den Mann.

Mutmaßlicher Todesschütze besaß zehn Waffen

Es werde aber in alle Richtungen ermittelt und unter anderem überprüft, ob es eine Vorgeschichte im Kontakt mit dem Landratsamt Neumarkt in der Oberpfalz gegeben habe, sagte Herrmann. Der Mann besaß laut Waffenregister als Sportschütze und Jäger zehn Waffen legal. Seine Kontrolle erfolgte routinemäßig und ohne Vorankündigung. Der Mann war festgenommen worden, nachdem er sich stundenlang in einem Haus in Berngau verschanzt hatte. Dabei wurde er schwerer verletzt als zunächst bekannt. Spezialkräfte hätten bei der Festnahme auf ihn geschossen - durch die Schüsse sei dieser schwer verletzt worden, wie die Polizei mitteilte.

Zunächst hatten die Beamten von leichten Verletzungen am Bein gesprochen. Der 60 Jahre alte Deutsche sei unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht worden. Wann er vernommen werden könne, müsse man noch abwarten, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Der Schütze soll nach seiner medizinischen Behandlung einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der dann über die Frage einer Untersuchungshaft oder einer Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden würde.

Jährlich mindestens 60.000 Waffenkontrollen in Bayern

Innenminister Herrmann will den Fall mit den bayerischen Landratsämtern besprechen, allerdings fänden jährlich mindestens 60.000 solcher Waffenkontrollen im Freistaat statt, betonte der CSU-Politiker. In den vergangenen Jahren habe es keine derartigen Vorfälle bei solchen Anlässen gegeben. Anders habe sich die Lage bei den tödlichen Schüssen eines Reichsbürgers auf einen Polizisten in Ansbach dargestellt, betonte Herrmann.

Damals sei es um die gezielte Entwaffnung des Mannes gegangen, weshalb auch die Polizei die kommunalen Mitarbeiter begleitet habe. Man werde aber mit den Kreisverwaltungsbehörden die Abläufe bei solchen Kontrollen durchsprechen, sagte Herrmann. Die bisherigen Erkenntnisse würden noch keine Hinweise darauf geben, was man künftig anders machen könne.

Bayerischer Sportschützenbund schätzt Tat ein

Der Geschäftsführer des Bayerischen Sportschützenbunds (BSSB) spricht von einem absoluten Einzelfall. "Eine derartige Einzeltat ist mit keinem Gesetz der Welt zu verhindern", sagte BSSB-Geschäftsführer Alexander Heidel der Deutschen Presse-Agentur. Heidel bezeichnete den Vorfall bei der Waffenkontrolle als "schlimme Tragödie" und sprach im Namen des Verbandes den Familien der Opfer sein Beileid aus. Heidel sagte, er könne nicht bestätigen, ob es sich bei dem Verdächtigen um ein Mitglied des Verbandes handelt. Über die Personalien des 60-Jährigen lägen dem Verband keine Informationen vor. 

"Keine gravierenden Vorfälle bekannt"

BSSB-Geschäftsführer Heidel betonte, dass "eine derartige Eskalation als absoluter Einzelfall" zu sehen sei. "In der jüngeren Vergangenheit sind uns auch keine gravierenden Vorfälle bekannt", fuhr der Geschäftsführer fort. Allgemein gebe es nur wenige bis gar keine Probleme bei den Kontrollen in Bayern. Laut Herrmann finden jährlich mindestens 60.000 solcher Kontrollen im Freistaat statt. 

Der Verband werde aber in der Regel nur dann von den Mitgliedern eingeschaltet, wenn ein Entzug der Erlaubnis zum Waffenbesitz von Amts wegen zur Debatte stehe, sagte Heidel. "Was die Behörde dort kontrolliert, ist in gesetzlichen Vorgaben streng reguliert." Mit Blick auf Auswirkungen des Vorfalls auf die aktuelle Prüfung des Waffenrechts durch das Bundesinnenministerium gelte es, die weiteren Ermittlungen der Polizei abzuwarten.

Update vom 09.10.2026, 6.15 Uhr: Tödliche Schüsse bei Waffenkontrolle - Verdächtiger gefasst

Erfahrene Spezialisten versuchten über Stunden hinweg, den verschanzten Mann zum Aufgeben zu bewegen. Ihre Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Der mutmaßliche Täter, der im Zuge einer routinemäßigen Waffenkontrolle eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz erschossen haben soll, wollte sich nicht ergeben. In der Nacht griffen die Einsatzkräfte schließlich zu. Mithilfe von Sprengmitteln und Schüssen wurde der 60-Jährige in Berngau festgenommen.

"Über den genauen Ablauf der Geschehnisse können derzeit noch keine genaueren Angaben gemacht werden", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz unmittelbar danach. "Das Ganze ging auf jeden Fall nicht widerstandslos, weil die Beamten auch schießen mussten." Die Schüsse verletzten den mutmaßlichen Täter leicht am Bein; der Deutsche wurde anschließend medizinisch versorgt.

Gegen 14 Uhr am Donnerstagnachmittag (8. Oktober 2026) hatten mehrere Zeugen per Notruf Schussgeräusche bei Polizei und Rettungskräften gemeldet. Ein Großeinsatz der bayerischen Polizei begann, der sich bis tief in die Nacht zog.

Routinekontrolle bei legalem Waffenbesitz eskaliert

Zunächst umstellten die Beamtinnen und Beamten das Gebäude. Vor dem weißen Wohnhaus mit der ebenerdigen Eingangstür fanden sie den 45 Jahre alten Behördenmitarbeiter leblos auf dem Boden liegend. Er war bereits tot. "Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale. Er gab in den folgenden Gesprächen an, in seiner Wohnung und im Besitz von Schusswaffen zu sein", schilderte die Sprecherin. Er habe auch zugegeben, geschossen zu haben – und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.

Während die Einsatzkräfte Sicherungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes durchführten, in dem sich der Mann zu diesem Zeitpunkt noch verschanzte, entdeckten sie eine weitere Leiche. Es handelte sich um die 54 Jahre alte Kollegin des 45-Jährigen. "Wir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Schüsse unmittelbar gestorben ist", sagte ein Polizeisprecher. Dafür spreche die Auffindesituation.

Den Angaben zufolge wollten die beiden Opfer eine routinemäßige Kontrolle im Rahmen von legalem Waffenbesitz durchführen. Dabei geht es unter anderem darum, ob die Waffen korrekt gelagert werden. Doch statt dies unter Beweis zu stellen, soll der 60-Jährige das Feuer auf die beiden Kontrolleure eröffnet haben.

Polizei wollte eine friedliche Lösung

Daraufhin fuhr unter anderem ein Spezialeinsatzkommando mit einem gepanzerten Fahrzeug nach Berngau, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Bewohner des Ortes sollten derweil ihre Häuser nicht verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verdächtigen meiden.

Stundenlang setzte die Polizei auf Verhandlungen und stürmte die Wohnung im Ortskern von Berngau nicht. Der Sprecher erläuterte die Einsatztaktik folgendermaßen: "Wir versuchen immer, die friedliche Lösung herbeizuführen, das findet grundsätzlich mit Kommunikation statt. Die Alternative ist auch allen klar. Aber Ziel ist durchaus, dass man eine gewaltfreie Lösung schafft."

Doch das Vorhaben ging dieses Mal nicht auf. "Schlussendlich ist dann ein Zugriff erfolgt, unter Anwendung auch von Sprengmitteln", schilderte der Polizeisprecher nach dem schlagartigen Eindringen in die Wohnung gegen 2.20 Uhr. "Dabei wurde der 60-jährige mutmaßliche Schütze durch Schüsse ins Bein leicht verletzt." Der Mann werde nun zunächst medizinisch versorgt. Zudem wurden zwei Menschen Angaben des BRK zufolge nach ärztlicher Sichtung wieder entlassen.

Motiv noch offen

Bald werden die Ermittler der Kripo Regensburg in enger Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth den Verdächtigen befragen. Auch zu seinem Motiv – denn darüber herrschte zunächst absolutes Rätselraten. 

Update vom 08.10.2026, 18.30 Uhr: Tote Person vor Haus in Berngau geborgen

Die Polizei ist weiterhin mit einem Großaufgebot und Spezialkräften in Berngau und hat ein Wohnhaus umstellt. In dem Gebäude hat sich ein Mann zurückgezogen, wie die Polizei Oberpfalz berichtet. Zwischenzeitlich konnten Einsatzkräfte eine tödlich verletzte Person vor dem Haus bergen.

Vor dem Vorfall kontrollierten zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt in der Oberpfalz routinemäßig die Waffen eines Mannes. Im weiteren Verlauf kam es zu den Schüssen. Der Bereich rund um das betreffende Wohnhaus ist durch die Polizei weiterhin abgesperrt. "Wir bitten die Bevölkerung, diesen Bereich zu meiden und die polizeilichen Absperrungen zu beachten", so die Polizei.

Update vom 08.10.2026, 17.15 Uhr: Polizei umstellt Wohnhaus in Berngau - Mann gab wohl Schüsse ab

Der Polizeieinsatz in Berngau läuft weiterhin. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei Oberpfalz befindet sich ein Mann in einem Wohnhaus in Berngau, welcher mutmaßlich mehrere Schüsse abgegeben hat. "Die Polizei hat das Wohnhaus umstellt. Nach aktuellem Stand geht die Polizei weiterhin von zwei schwer verletzten Personen aus", heißt es in einem Pressebericht.

Spezialkräfte der Polizei haben vor Ort weitere Maßnahmen übernommen. Die Bevölkerung im Bereich Berngau wird weiterhin gebeten, die Häuser nicht zu verlassen und dort zu bleiben.

Ursprungsmeldung vom 08.10.2026, 15.30 Uhr: Verletzte durch Schüsse in Berngau

Bei Schüssen im bayerischen Berngau in der Oberpfalz sind nach ersten Erkenntnissen der Polizei zwei Menschen verletzt worden. Wie schwer die Verletzungen der beiden sind und was genau sich dort abspielte, blieb zunächst unklar.

Die Polizei bat die Menschen am Donnerstagnachmittag (8. Oktober 2026) im Ort, ihre Häuser nicht zu verlassen und den Bereich zu meiden, wie ein Polizeisprecher sagte. Spezialkräfte der Polizei waren im Einsatz. Wegen Schussgeräuschen seien gegen 14 Uhr mehrere Notrufe bei Polizei und Rettungskräften eingegangen, hieß es. Der Bereich Berngau sei weiträumig abgesperrt. "Zudem haben wir zur Unterstützung der Kräfte unseren Polizeihubschrauber im Luftraum."

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