Wiesn-Bedienung wird auf Oktoberfest zur Lebensretterin – OB dankt ihr
Autor: Ralf Welz, Alexander Milesevic
München, Montag, 05. Oktober 2026
Eine 25-Jährige ist für ihren couragierten Einsatz in einem Festzelt auf dem Oktoberfest geehrt worden. "Ich danke ihr und allen, die an diesem Nachmittag mitgeholfen haben“, erklärte Münchens Oberbürgermeister.
Update vom 05.10.2026: Oktoberfest-Kellnerin für Wiederbelebung geehrt – "Aufhören kam nicht infrage"
Mitten im Festbetrieb wird aus einem Wiesn-Besuch ein medizinischer Notfall: Am Nachmittag des 22. September, einem Dienstag, kurz vor 14 Uhr, bemerkt Daria Aigner in der Augustiner-Festhalle einen bewusstlosen Gast in seinem Rollstuhl. Bei dem 78-Jährigen ist nach Angaben der Beteiligten kein Puls zu spüren. Die Bedienung, die eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten absolviert hat, handelt sofort.
Gemeinsam mit ihrer Kollegin Silja Engel hebt Aigner den Mann aus dem Rollstuhl und beginnt mit der Herzdruckmassage. Kollegin Helena Morawietz setzt den Notruf ab. Aigners Zwillingsschwester Frieda kümmert sich währenddessen um die Ehefrau des Gastes. Schankkellner und weitere Bedienungen halten Tücher als Sichtschutz hoch, damit die Helfer den Mann vor den Blicken der übrigen Gäste geschützt versorgen können.
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Wie das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München auf seinem Internetauftritt Oktoberfest.de berichtet, setzte Aigner die Herzdruckmassage fort, bis der Notarzt eintraf und die Versorgung übernahm. "Aufhören kam für mich nicht infrage", wird die Kellnerin zitiert. Dem Beitrag zufolge, erkannte die junge Frau als Erste, dass ein Gast in Lebensgefahr war.
"Allein hätte ich das nicht geschafft" – Festzeltbedienung würdigt ihre Mithelfer
An der weiteren Behandlung waren Rettungskräfte der Aicher Ambulanz Union sowie Besatzungen eines Notarzteinsatzfahrzeugs und eines Rettungswagens der Berufsfeuerwehr München beteiligt. Laut der im ursprünglichen Bericht (siehe unten) zitierten Mitteilung der Aicher Ambulanz Union setzte bei dem Patienten wieder eine Spontanatmung ein. Anschließend wurde er zur weiteren Untersuchung in eine Münchner Klinik gebracht. Die Betreuung seiner Ehefrau übernahm das Kriseninterventionsteam München. Ein beteiligter Aicher-Arzt hatte sich nach seinem Einsatz ausdrücklich bei den Helfern bedankt. Er hob das schnelle und beherzte Handeln der Bedienungen hervor.
Für ihren Einsatz hat Daria Aigner nun am vergangenen Freitag (2. Oktober 2026) in der Käfer-Wiesn-Schänke den Wiesn-Courage-Preis 2026 erhalten. Oberbürgermeister Dominik Krause (Die Grünen), Schirmherr des Präventionsprojekts WiesnGentleman, überreicht die Auszeichnung. Eine sechsköpfige Jury hatte Aigners Einsatz aus den eingereichten Geschichten ausgewählt.
Aigner selbst betont im Beitrag der Landeshauptstadt, dass die Hilfe eine Teamleistung gewesen sei. "Ich habe getan, was ich in meiner Ausbildung als Medizinische Fachangestellte gelernt habe. Allein hätte ich das nicht geschafft", hält die 25-Jährige fest. Ohne ihre Kolleginnen, ihre Schwester und die Beschäftigten an der Schänke hätte sie die Situation nicht allein bewältigen können. "Den Preis nehme ich deshalb für uns alle an."
"Sofort gehandelt, als es auf jede Sekunde ankam": OB lobt Ersthelferin
Ihr Einsatz soll zugleich andere ermutigen: "Man denkt immer, so etwas passiert anderen. Ich hoffe, dass sich mehr Leute einen Erste-Hilfe-Kurs zutrauen", so Aigner. Eine Herzdruckmassage könne jeder lernen.