Tödliches Gift im Babybrei - Hipp verrät Details zu Erpressung
Autor: Agentur dpa
Ingolstadt, Dienstag, 21. April 2026
In mehreren europäischen Ländern wurde Babynahrung von Hipp zurückgerufen - in Österreich wurde in einem Gläschen Rattengift entdeckt. Nun äußerte sich erstmals das bayerische Unternehmen selbst zu dem Fall.
Update vom 21.04.2026, 06.40 Uhr: Hipp äußert sich zu Erpresser
Albtraum für den Hersteller Hipp und die betroffenen Eltern: Diese sind in Sorge und die Polizei sucht unter Hochdruck nach dem mutmaßlichen Erpresser des bekannten Babykostherstellers. Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt nach dem Fund von Rattengift in Babynahrung gegen Unbekannt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Bei der Kripo sei eine Ermittlungsgruppe namens "Glas" eingerichtet worden.
"Hipp ist Opfer einer Erpressung", teilte das Unternehmen selbst im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm mit. "Der Erpresser hat uns eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches im Rahmen unserer Standardprozesse in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird." Den Inhalt der Erpresser-E-Mail und was konkret gefordert wurde, teilten weder Hersteller noch Polizei mit. "Wir stehen in engem Austausch mit dem Konzern - und auch mit den benachbarten betroffenen Ländern", sagte eine Polizeisprecherin lediglich.
Am Wochenende war ein mit Rattengift verseuchtes Glas "Karotten mit Kartoffeln" 190 Gramm der Firma Hipp im Bundesland Burgenland in Österreich sichergestellt worden. Zumindest zwei solch manipulierter Gläser sollen in dieser Region in Umlauf gebracht worden sein - eines wird nun noch gesucht. Das Unternehmen teilte weiter auf seiner Homepage mit: "Unmittelbar nach Kenntnisnahme haben wir sofort die zuständige Polizei und Behörden informiert und einen internen Krisenstab eingerichtet."
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser entdeckt. Laboruntersuchungen ergaben, dass diese Rattengift enthielten. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser gefunden. Die Polizei in Österreich suchte auf Hochtouren nach dem weiteren möglicherweise vergifteten Glas. "Wir setzen alle Hebel in Bewegung und haben nun auch Kontakt zu Kindergärten und Pflegeeinrichtungen aufgenommen", sagte eine Sprecherin der Polizei im Bundesland Burgenland.
Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt nach eigenen Aussagen wegen "vorsätzlicher Gemeingefährdung". Nachdem laut einem vorläufigen toxikologischen Gutachten Rattengift in einem sichergestellten Glas festgestellt wurde, folgt nun eine genauere Untersuchung. Dabei werde es um die Dosis gehen - und wie gefährlich das Rattengift beim Verzehr gewesen wäre, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Burgenland. Laut Polizei können manipulierte Gläser an einem beschädigten Deckel oder am Fehlen des Plopp-Lautes beim Öffnen erkennbar sein. Zudem sollen sie einen weißen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden haben. Bei Auffälligkeiten an den Babykost-Gläschen sollte der Inhalt nicht verzehrt und umgehend die Polizei verständigt werden, mahnten die Beamten.
Update vom 20.04.2026, 12.45 Uhr: Fieberhafte Suche nach zweitem Gift-Gläschen
Die Polizei in Österreich hat die Suche nach einem möglicherweise vergifteten Glas mit Babynahrung ausgeweitet. "Wir setzen alle Hebel in Bewegung und haben nun auch Kontakt zu Kindergärten und Pflegeeinrichtungen aufgenommen", sagte eine Sprecherin der Polizei im Bundesland Burgenland. Am Wochenende war ein mit Rattengift verseuchtes Glas "Karotten mit Kartoffeln" 190 Gramm der Firma Hipp im Burgenland sichergestellt worden. Zumindest zwei Gläser sollen in dieser Region in Umlauf gebracht worden sein.
Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) hatte am Samstag von einem mutmaßlichen Erpressungsversuch geschrieben. Sie strich diesen Hinweis später aus ihrer Pressemitteilung. In Deutschland ermittelt die Kripo in Ingolstadt. Deutschland ist laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord aber nicht betroffen. Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt nach eigenen Aussagen wegen "vorsätzlicher Gemeingefährdung". Nach dem vorläufigen toxikologischen Gutachten, bei dem Rattengift im sichergestellten Glas festgestellt worden war, erfolge eine genauere Untersuchung. Dabei werde es um die Dosis gehen und wie gefährlich das Rattengift beim Verzehr gewesen wäre, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Burgenland.