Druckartikel: Tod von Hubert Aiwanger - "meine immer noch, er ruft jeden Moment an"

Tod von Hubert Aiwanger - "meine immer noch, er ruft jeden Moment an"


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa, Alexander Kroh

München, Freitag, 06. November 2026

Die Freien Wähler sind nach dem Tod von Hubert Aiwanger im "Schockzustand", wie Fraktionschef Florian Streibl sagt. Wie geht es weiter für die Partei im Freistaat?
Hubert Aiwanger ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde leblos im Berliner Hotel Neuer Fritz gefunden.


Update vom 06.11.2026, 11.05 Uhr: Freie Wähler nach Aiwanger-Tod "in einer Art Schockzustand"

Bevor sich die Freien Wähler in Bayern mit einer neuen Aufstellung der Partei beschäftigen, wollen sie sich zunächst der Trauer um ihren plötzlich gestorbenen Parteichef Hubert Aiwanger widmen. Momentan sei die Situation so, "dass wir in einer Art Schockzustand sind", sagte Fraktionschef Florian Streibl dem Bayerischen Rundfunk. Die Gremien müssten nun erst Trauerarbeit leisten.

Man müsse sich erst bewusst werden, wie die Situation gerade sei. "Es ist bei vielen von uns noch nicht richtig angekommen." Auch er selbst könne den Tod Aiwangers bisher nicht fassen, es sei völlig "surreal": "Ich meine immer noch, er ruft jeden Moment an."

Erst in einem weiteren Schritt gehe es darum, zu überlegen, wie es weitergehe. Man werde Wege finden, um auch in Zukunft "sachorientierte Politik" zu machen, sagte Streibl über die Partei, die mit der CSU die Regierungskoalition im Freistaat bildet. Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, war am Mittwoch (4. November 2026) überraschend in Berlin gestorben.

Experte sieht Aiwanger-Nachfolge als Zukunftsfrage für Freie Wähler

Auf der Suche nach einem Nachfolger stehen die Freien Wähler (FW) laut Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann vor großen Herausforderungen. "Sie müssen das personelle Vakuum erst mal füllen und das wird schwierig bis unmöglich sein", erklärte der Professor für Politisches Verhalten und Repräsentation an der Universität Mainz der Deutschen Presse-Agentur. Eine Nachfolge zu finden, die in der Lage sei, "die Strahlkraft, die ein Hubert Aiwanger hatte, auszufüllen" – daran entscheide sich "im Endeffekt die Zukunft der Freien Wähler in Bayern".

Der Politologe, der auch zum deutschen Parteiensystem forscht und 2023 eine Studie über die Wähler der Freien Wähler mitveröffentlichte, erklärt es so: "Es gibt keine starke Person, die zumindest bekannt wäre oder sichtbar wäre, die auch nur ansatzweise in der Lage wäre, den Freien Wählern derart eine Bühne auch medial zu bieten." Aiwanger sei als Person "ein Ausnahmephänomen" gewesen und habe dadurch eine zentrale Rolle in der Partei eingenommen.

2006 wurde der Niederbayer zum bayerischen Landesvorsitzenden gewählt. Seit 2010 prägte er auch als Bundesvorsitzender eine Partei, deren Landesverbände ideologisch und inhaltlich sehr unterschiedlich ausgerichtet seien, sagt Wurthmann. "Ein ziemlich bunter Haufen". Das bedeutet: Im politischen Wettbewerb gibt es Landesverbände, die in ihren Positionen beispielsweise eher der SPD, der FDP, aber auch dem BSW nahestünden. "Und dann gibt es natürlich solche Verbände wie in Bayern, die einfach sehr konservativ ausgerichtet sind", erklärt der Politologe.

Aiwangers konservatives Profil

Wenn also das Inhaltliche eine Partei nicht zusammenhalte, "braucht es aber zumindest eine starke Führungsperson, die für etwas steht und hinter der sich die Partei versammelt", sagt Wurthmann. "Aiwanger hat es geschafft, die Freien Wähler weitestgehend zu einigen, wenn man denn die Freien Wähler überhaupt mit ihren sehr unterschiedlichen Ausrichtungen in den Landesverbänden überhaupt zu etwas einen kann."

Der für den 14. November 2026 geplante Bundesparteitag der Freien Wähler soll nach Angaben des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Joachim Streit nun ins kommende Jahr verschoben werden. Partei und Fraktion wollen bis zum Wochenende über das weitere Vorgehen beraten.

Zentral für die bayerische Politik war laut Wurthmann auch Aiwangers politisches Profil. Er sei ein auf den Mittelstand ausgerichteter, konservativer Politiker gewesen, der "aber klassisch bayerisch wirtschaftliche Entwicklung und soziales, gesellschaftliches Miteinander nie gegeneinander ausgespielt hat, sondern immer wirtschaftliche Entwicklung als Potenzial gesehen hat, um mehr ökonomische Gleichheit innerhalb der Gesellschaft zu erreichen".

Der künftige Umgang mit der AfD

Eine "extrem relevante Stellung" habe er in Bayern auch dabei eingenommen, "Personen, die sich von etablierten Parteien der demokratischen Mitte nicht mehr vertreten gefühlt haben, ein sehr vokales Sprachrohr zu sein und ihnen als Sprachrohr zu dienen", sagt Wurthmann.

Eine weitere entscheidende Frage bei der personellen Neuaufstellung wird dem Politikwissenschaftler zufolge auch sein, wie die Freien Wähler künftig mit der AfD umgehen werden. Bisher sei Aiwanger ein Garant dafür gewesen, dass es "nicht zu einer Annäherung kommt".

Mit Blick auf die großen Differenzen in den politischen Positionen, die zwischen den FW-Landesverbänden bestehen, sagt Wurthmann: "Man weiß nie, wer in einem Führungskampf tatsächlich die Führungsrolle übernimmt. Und mit Führungspersonen steht und fällt momentan oft in Parteien der Umgang mit der radikalen Rechten."

Update vom 05.11.2026, 15.32 Uhr: Keine Anzeichen für Fremdverschulden bei Aiwangers Tod

Hubert Aiwanger ist nach dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion ohne Fremdverschulden gestorben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin nach der bisherigen rechtsmedizinischen Untersuchung des Leichnams mit, die nach Angaben eines Sprechers am Donnerstagvormittag (5. November 2026) erfolgte. 

"Die Obduktion hat Hinweise gegeben darauf, dass letztlich ein natürlicher Tod vorliegt", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold, der Deutschen Presse-Agentur. Es stünden aber noch weitere Untersuchungen der Rechtsmedizin aus. 

Der 55 Jahre alte bayerische Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten konnte.

Todesermittlungsverfahren bei Hubert Aiwanger noch nicht abgeschlossen 

Die Staatsanwaltschaft leitete ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren ein. Die Ermittler waren nach dem Fund des Politikers mit Mitarbeitern der Spurensicherung in dem Hotel unterwegs, die Gerichtsmedizin wurde gerufen. Die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin ermittelt wegen der Bedeutung des Falls – und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen. 

Wer Aiwanger fand, ist derzeit noch immer nicht öffentlich bekannt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats war in Berlin unter anderem von Beamten des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) begleitet worden, wie ein LKA-Sprecher am Morgen in München mitteilte. Zur Auffindesituation Aiwangers konnte der Sprecher allerdings nichts sagen.

Update vom 05.11.2026, 13.12 Uhr: Leiche wird obduziert – wer fand den toten Minister?

Eine Obduktion soll nach dem unerwarteten Tod des bayerischen Vize-Regierungschefs Hubert Aiwanger in Berlin nun Klarheit über die Todesursache bringen. Ob das Ergebnis bereits noch an diesem  Donnerstag  vorliegen werde, sei aber unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt.

Der 55 Jahre alte Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler war am Mittwoch (4. November 2026) leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros seiner Partei eine Rede halten konnte.

Spurensicherung noch nachts im Hotel – keine strafrechtlichen Ermittlungen

Der plötzliche Tod des streitbaren Politikers löste über alle Parteigrenzen und über den Freistaat hinaus Bestürzung und Fassungslosigkeit aus. Im Prinz-Carl-Palais in München soll von Freitag an ein Kondolenzbuch ausliegen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ordnete Trauerbeflaggung an staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an. Der Niederbayer Aiwanger hinterlässt seine Partnerin Tanja Schweiger (Freie Wähler). Mit der Landrätin des Landkreises Regensburg hat er zwei Kinder. 

Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Polizei führen seit Mittwoch ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, um die Todesursache zu klären. Es handele sich nicht um strafrechtliche Ermittlungen, betonte die Staatsanwaltschaft seit Mittwochabend.

Daraus kann man schlussfolgern, dass zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen bei der Polizei vorlagen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu aber nicht konkret äußern, sondern verwies auf die laufenden Untersuchungen.

Wer fand den Minister? Konkrete Auffindesituation unklar 

Eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) war nach dem Fund der Leiche mit Experten der Spurensicherung in dem Hotel unterwegs, die Gerichtsmedizin wurde gerufen. Die Mordkommission ermittelte allerdings wegen der Bedeutung des Falls – und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.

Wer Aiwanger gefunden hat, ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats war in Berlin unter anderem von Beamten des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) begleitet worden, wie ein LKA-Sprecher mitteilte. Zur Auffindesituation Aiwangers konnte der Sprecher allerdings nichts sagen. "Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Abend gesagt.

Der 55-Jährige war nach der Absage seines Termins später nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich am Abend leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße entdeckt worden.

Trauer um Aiwanger in ganz Deutschland

Deutschlandweit meldeten sich am Mittwochabend und auch am Donnerstag Politiker unterschiedlicher Parteien zu Wort. Auch fränkische Weggefährten drückten ihr Entsetzen über den plötzlichen Tod Aiwangers aus. CSU-Chef Söder (CSU), der mit den Freien Wählern in einer Regierungskoalition in Bayern zusammenarbeitet, sagte in Nürnberg, er wolle daran festhalten: "in seinem Sinne, in unserem Sinne". 

Aiwanger sei eine prägende Figur der bayerischen Politik gewesen. "Ich bin echt schockiert und auch getroffen", sagte Söder. Der Tod des bayerischen Wirtschaftsministers sei ein Schock und reiße eine tiefe Lücke in die bayerische Politik und in die Herzen vieler Menschen. "Es tut mir ehrlich gesagt von Herzen leid", sagte Söder. Ähnlich äußerten sich Politiker aus Bayern und anderen Bundesländern sowie Stimmen aus der Wirtschaft. 

Auch in Aiwangers Heimat Niederbayern reagierten die Menschen fassungslos auf die Todesnachricht. "Wir verlieren einen großen Rottenburger mit ihm", sagte Laurentius Seidl (CSU), Bürgermeister von Rottenburg an der Laaber (Landkreis Landshut), wo Aiwanger aufwuchs.

Update vom 05.11.2026, 10.27 Uhr: Aiwanger tot in Berliner Hotel gefunden – Todesursache offen

Nach dem überraschenden Tod des bayerischen Vize-Regierungschefs Hubert Aiwanger (Freie Wähler) rückt die Frage nach der Ursache seines Todes in den Fokus. Der 55-Jährige war am Mittwoch (4. November 2026) leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten konnte.

Die Ermittlungen der Polizei laufen. Voraussichtlich wird eine Obduktion der Leiche erfolgen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler waren nach dem Fund des Politikers mit Mitarbeitern der Spurensicherung im Hotel unterwegs, die Gerichtsmedizin wurde hinzugezogen.

Die Mordkommission ermittelt wegen der Bedeutung des Falls – und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen. Das Todesermittlungsverfahren war noch am Mittwoch eingeleitet worden.

Trauer um Hubert Aiwanger über Parteigrenzen hinweg

Wer Aiwanger gefunden hat, war zunächst nicht öffentlich bekannt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats war in Berlin unter anderem von Beamten des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) begleitet worden, wie ein LKA-Sprecher erklärte. Zur Auffindesituation Aiwangers konnte der Sprecher jedoch keine Angaben machen.

Der 55-Jährige war nach der Absage seines Termins später nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich am frühen Abend leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße gefunden worden. "Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Abend gesagt.

Der Niederbayer lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen und hatte zwei Kinder. Der plötzliche Tod des streitbaren Politikers löste über alle Parteigrenzen hinweg und über den Freistaat hinaus Bestürzung und Fassungslosigkeit aus.

Update vom 05.11.2026, 6.17 Uhr: Was ist die Todesursache von Hubert Aiwanger?

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt, dass Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) tot in einem Berliner Hotel gefunden worden ist. Er sei am frühen Abend in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße entdeckt worden.

"Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In dem Hotel laufen die Ermittlungsarbeiten, wie etwa die Spurensuche, gegebenenfalls gibt es auch eine Zeugenbefragung. Nach dem Abtransport der Leiche werde voraussichtlich eine Obduktion angeordnet.

Staatsanwaltschaft und die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. "Ziel des Todesermittlungsverfahrens ist es, die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen", hieß es in einer Mitteilung. 

Ursprungsmeldung vom 04.11.2026, 22.37 Uhr: Hubert Aiwanger ist tot - Freie Wähler verlieren markanten Politiker

Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist tot. Das bestätigten hochrangige Regierungskreise aus Bayern der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Bild berichtet.

Aiwanger wurde laut Informationen der dpa tot in einem Hotelzimmer in Berlin gefunden. Am Mittwochnachmittag (4. November 2026) war geplant, dass er bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten soll. Allerdings habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen, hieß es. Später sei er dann nicht mehr erreichbar gewesen und sei schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.

Aiwanger wurde 55 Jahre alt. Der Niederbayer hatte zwei Kinder und lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Mit Hubert Aiwanger verlieren die Freien Wähler ihren markantesten und sicher auch streitbarsten Kopf.

Fraktionschef bei den Freien Wählern

2008 war Aiwanger mit den Freien Wählern erstmals in den bayerischen Landtag eingezogen und wurde deren Fraktionschef. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler eine Koalition. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.

Erst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Frühjahr hatten die Freien Wähler unter Aiwangers Führung noch große Siege gefeiert und der CSU viele Landrats-Posten abgejagt. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb Aiwanger aber ein großes politisches Ziel verwehrt: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.