Wer auf Youtube nach "Teufelsrad" suchte, bekam ziemlich explizite Suchbegriffe zum Fahrgeschäft auf dem Münchener Oktoberfest vorgeschlagen. Jetzt hat die Videoplattform reagiert.
Update vom 01.10.2026: Anzügliche Teufelsrad-Suchvorschläge - Youtube reagiert
Das Teufelsrad ist ein absoluter Klassiker auf dem Oktoberfest in München. Doch zuletzt hatte das Fahrgeschäft unfreiwillig negative Schlagzeilen gemacht. Medienrecherchen hatten aufgezeigt, dass im Netz tausende, teils zu kommerziellen Zwecken angefertigte Videos kursieren, in denen Frauen auf dem Teufelsrad unter den Rock gefilmt wird. Auf sozialen Medien und Videoplattformen im Netz waren solche Videos unter anderem deshalb leicht auffindbar, weil beispielsweise auf Youtube bei der Suche nach „Teufelsrad“ gleich entsprechende Suchvorschläge wie "Unterhose" oder "Damen Tanga" angeboten wurden.
Damit konfrontiert, teilt ein Youtube-Sprecher auf Anfrage von inFranken.de mit: „Wir haben strenge Richtlinien, die Nacktheit und sexuelle Inhalte auf Youtube untersagen." Bei Verstößen greife man umgehend ein. Schon 2024 seien deswegen etliche Teufelsrad-Kanäle auf Youtube geschlossen worden. Auch in der vergangenen Woche habe man weitere Videos von Youtube entfernt und Kanäle gesperrt, die gegen interne Richtlinien verstoßen hätten.
Und auch im Falle der Suchvorschläge hat Youtube nach der Anfrage von inFranken.de reagiert. Wie mehrere Stichproben ergeben haben, werden die expliziten Suchvorschläge bei Youtube jetzt nicht mehr angezeigt.
Der Ursprungsartikel vom 29.09.2026: Fördern soziale Medien die Verbreitung expliziter Teufelsrad-Videos?
Unzählige Wiesn-Videos von Frauen, denen im "Teufelsrad" unters Dirndl gefilmt wurde, kursieren im Netz. Die Betreiber kämpfen dagegen mit Radlerhosen und Warnschildern. Soziale Medien scheinen sich für sogenanntes Upskirting wenig zu interessieren.
Upskirting auf der Wiesn - ein internationales Geschäft? Medienberichten zufolge werden Tausende voyeuristische Videos von dem Traditionsfahrgeschäft Teufelsrad produziert, im Internet verbreitet und verkauft. Auf der drehenden Scheibe fliegen fast unvermeidlich Dirndl-Röcke hoch - wer dann allerdings gezielt unter den Rock filmt, macht sich strafbar.
YouTube weiß, was bei Teufelsrad-Videos gesucht wird
Die Videos zeigen den Berichten zufolge Frauen auf dem Teufelsrad, bei denen immer wieder Unterwäsche zu sehen ist. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte kurz vor dem Wiesn-Start berichtet, dass mindestens 32.000 solcher Clips im Internet kursierten.
Wer auf der Videoplattform YouTube "Teufelsrad" in die Suchzeile eingibt, bekommt als weiteren Suchvorschlag oft gleich an zweiter Stelle "Unterhose" angezeigt. An dritter Stelle wird es noch expliziter, wenn YouTube vorschlägt: "teufelsrad oktoberfest damen tanga". Der YouTube-Algorithmus weiß offenbar, was gesucht wird - und bietet es an.
Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks sollen hinter vielen voyeuristischen Teufelsrad-Videos Akteure aus Bayern wie auch aus dem Ausland stecken. Sie verkaufen demnach die Videos teuer oder verwenden sie gezielt, um die Reichweiten von Social-Media-Accounts zu vergrößern.
Vorschaubilder zeigen verrutschte Dirndl-Röcke junger Frauen
Die erfolgreichsten, mittlerweile gelöschten Teufelsrad-Videos dieser Accounts hätten zusammen mehrere hundert Millionen Aufrufe, berichtet der BR. Eine Bestätigung der Ermittler gab es hierfür bisher nicht. Aber auch so ist noch problemlos möglich, entsprechende Videos auf sozialen Medien zu finden. Teils schon in den Vorschaubildern der Clips sind die verrutschten Rocke zumeist junger Frauen zu sehen.
Die Betreiber kämpfen mit diversen Mitteln gegen diese Praktiken. Schilder warnen auf Deutsch und Englisch: Upskirting sei eine Straftat und werde zur Anzeige gebracht. An Besucherinnen werden kostenlos Radlerhosen verschenkt. Hunderte der Hosen sind es geschätzt seit dem vergangenen Jahr gewesen.
Es kämen ständig neue Lieferungen. Manche wollten die Hosen zurückgeben, aber man habe keine Möglichkeit, sie zu waschen, sagt der Ehemann einer Betreiberin, Jan Polaczy. "Ich verurteile das, das ist Schweinerei", sagt er über das Upskirting. Aber: "Ich kann ja nicht jedem das Handy abnehmen."
"Ladies" und "Pretty Girls" auf dem Teufelsrad
An die 400 Menschen passen in die Arena des Teufelsrades - es herrscht ständiger Wechsel. Man könne auch nicht Aufnahmen auf privaten Handys kontrollieren. Und: "Ich kann dem Großvater nicht erklären, dass er seine Enkelin nicht fotografiert."
Auf zahlreichen, einfach auffindbaren Videos - etwa auf YouTube, Instagram und TikTok - ist allerdings klar zu erkennen, wie aus der ersten Reihe heraus und nahezu auf Bodenhöhe gefilmt wird. Die anderen Videos verschlagworteten Suchbegriffe lauten etwa "Ladies" oder "Pretty Girls".
Zweimal habe man bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, die Verfahren seien aber eingestellt worden. "Wir wollen nur eine friedliche Wiesn. Das ist unser Geschäft." Das mache man gerne - aber diese neue Entwicklung mache keine Freude.
Teufelsrad sorgte schon vor Wiesn-Start für Diskussionen
Vor dem Wiesnstart war das Traditionsgeschäft wegen seiner angeblich zu freizügigen Frauenfiguren über dem Eingang ins Visier geraten - obwohl es weitere Schausteller-Geschäfte gibt, die ähnliche Darstellungen zeigen.
Die "Teufelsrad"-Betreiber hatten nach Hinweisen der städtischen Gleichstellungsstelle die Damen neu gestaltet. Eine Figur, die vorher mit Bikini und Blütenkranz bekleidet war, trägt nun Kleid und Schuhe.