Statt Vandalismus, Gestank und mangelnder Privatsphäre: Schulen machen Toiletten zur "Wohlfühl-Oase"
Autor: Agentur dpa
München, Mittwoch, 19. Juni 2024
Die Deutsche Toilettenorganisation (GTO) hat eine Münchner Grundschule für ihre Schulklos ausgezeichnet. Im Wettbewerb "Toiletten machen Schule" verschönerten 135 Schulen aus 14 Bundesländern ihre Toilettenräume.
Vielen Schülern sind Schultoiletten ein Graus: Meistens fehlt das Klopapier, die Toiletten stinken oder sind kaputt. Eine Grundschule in München zeigt, dass es auch anders geht.
Die Deutsche Toilettenorganisation (GTO) hat die Grundschule an der Stielerstraße in München mit einem Preis ausgezeichnet. Sie bekommt für ihr Klo-Konzept den Hauptpreis im Wettbewerb "Toiletten machen Schule" - gemeinsam mit zwei weiteren Schulen in Unna (Nordrhein-Westfalen) und Winsen an der Luhe (Niedersachsen). Insgesamt - es gibt noch weitere Sonderpreise - sind die in Berlin verliehenen Auszeichnungen mit 50.000 Euro dotiert.
"Toiletten machen Schule": Münchner Grundschule für Klo-Konzept ausgezeichnet
"Die Grundschule an der Stielerstraße hat eine sehr empathische und tiefgehende Problemanalyse durchgeführt", heißt es in der Begründung. "Besonders im Fokus liegen die Ausstattung und der damit einhergehende Wohlfühlfaktor." Die gesamte Schulgemeinschaft werde "in die Organisation rund um die Schultoiletten einbezogen". Das bedeutet beispielsweise, dass in jeder Klasse Checklisten ausliegen, in denen die Kinder Beschädigungen und Probleme bei der Schulleitung und dem Hausmeister melden können. Außerdem wurde ein Ampelsystem für den besseren Überblick zum Zustand eingeführt.
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Schüler in zahlreichen Bundesländern hatten im Zuge dieses Wettbewerbs ihre Sanitärräume verschönert - mit Discokugeln, Musik, bunten Fliesen, Spender für Tampons und Binden sowie sogar Handyhalterungen. Mit solch neuen Konzepten für ihre Schultoiletten hatten sich laut Koordinatorin Svenja Ksoll 135 Schulen aus 14 Bundesländern beteiligt. Nicht dabei waren Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Schultoiletten gelten laut Ksoll vielerorts als Brennpunkt: Oft seien die Schulgebäude und deshalb auch die Sanitärräume marode. Es fehle häufig auch an Seife und Toilettenpapier. Auch Vandalismus, Gestank oder eine mangelnde Privatsphäre seien Probleme. Im Wettbewerb waren die Schulen aufgerufen, Ideen und Konzepte für dauerhaft saubere Schultoiletten zu entwickeln und umzusetzen. Eine im August 2023 veröffentlichte Studie zu Berliner Schultoiletten der GTO zeigte bereits exemplarisch, dass viele Schüler unter dem Zustand leiden, den Ort oftmals meiden und dafür im Schulalltag teilweise weniger essen und trinken.