Start und Flug im Live-Video: Isar Aerospace fliegt erfolgreich ins All
Autor: Von Carsten Hoefer, dpa
, Sonntag, 06. Sept. 2026
Es ist ein großer Schritt für Europas Raumfahrtindustrie: Ein erst 2018 gegründetes bayerisches Start-up schießt beim zweiten Test eine Rakete ins All und bringt Satelliten in die Erdumlaufbahn.
Die Spectrum-Rakete des deutschen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace ist bei ihrem zweiten Testflug erfolgreich ins All gestartet und hat dabei Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Die Rakete hob am Samstag (5. September 2026) um 22.12 Uhr vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya ab, wie auf einem Livestream zu sehen war.
Nach zehn Minuten riss die Videoübertragung zum Boden ab, nachdem die Rakete die maximale Reichweite der Verbindung überschritten hatte. Kanzler Friedrich Merz (CDU) gratulierte dem Unternehmen: "Das ist der Beginn einer neuen Ära."
Nach vier Minuten ist die Isar-Aerospace-Rakete im All
Beim ersten Versuch im März 2025 waren nur 30 Sekunden bis zum Absturz vergangen. Das in Ottobrunn bei München ansässige Unternehmen feierte damit nach monatelangen Verzögerungen und viermaliger Verschiebung des zweiten Testflugs einen großen Erfolg. Nach Angaben der Moderatoren bei der Live-Übertragung erreichte die Rakete knapp vier Minuten nach dem Start eine Flughöhe von etwa 100 Kilometern über dem Erdboden – die sogenannte Karman-Linie, die die gedachte Grenze zum All markiert.
(Raketenstart ab Minute 58:20 im Video)
Bei der Live-Übertragung zu sehen war unter anderem das Abstoßen der ersten Stufe. Als Nutzlast hatte die 28 Meter hohe Spectrum-Rakete fünf wissenschaftliche Satelliten mehrerer Universitäten und ein wissenschaftliches Experiment geladen.
Noch dieses Jahr sollen weitere Raketen abheben
"Das erste Mal gelingt ein solcher Flug vom europäischen Kontinent aus in die Erdumlaufbahn", teilte Kanzler Merz in der Nacht mit. Isar Aerospace schrieb in einem Beitrag auf der Plattform X, die zum Firmengeflecht des künftigen Konkurrenten SpaceX gehört: "Wir haben Geschichte geschrieben. Bereits bei unserem zweiten Flug waren wir das erste kommerzielle Raumfahrtunternehmen aus Europa, das Satelliten in die Umlaufbahn gebracht hat."
Vorstandschef Daniel Metzler erklärte: "Wir haben in wenigen Jahren erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie zuvor Jahrzehnte gebraucht hat. Europa hat jetzt souveränen Zugang zum Weltraum."