Druckartikel: Sensation in Bayern: Ur-Elefanten entdeckt - Wissenschaftler nennen Fund "spektakulär"

Sensation in Bayern: Ur-Elefanten entdeckt - Wissenschaftler nennen Fund "spektakulär"


Autor: Agentur dpa

08084 Taufkirchen an der Vils, Dienstag, 16. April 2024

13 Tonnen schwer und über vier Meter Schulterhöhe: Bei einem Sensationsfund sind in Bayern die Überreste von Ur-Elefanten entdeckt worden. Ein "Glücksfall für die Wissenschaft".
Peter Kapustin, Museumsleiter des Urzeitmuseum in Taufkirchen an der Vils, erklärt im Rathaus Taufkirchen an der Vils, die diversen Funde zur Entdeckung eines Urelefanten-Friedhofs im Landkreis Erding. Die Fundumstände und Fundgeschichte könnten dazu beitragen, neue Erkenntnisse aus einer längst vergangenen Zeit zu gewinnen.


Bei München sind ungewöhnlich gut erhaltene Überreste von drei Ur-Elefanten entdeckt worden. Der Fund aus dem Landkreis Erding ist Experten zufolge von der Menge der Knochen und deren Zustand her eine Sensation

Die Tiere, die bis zu 13 Tonnen schwer wurden und über vier Meter Schulterhöhe erreichten, gehören der Gattung Deinotherium und der Art Deinotherium giganteum an und sind über zehn Millionen Jahre alt, wie Peter Kapustin, Leiter des Urzeitmuseums in Taufkirchen an der Vils, am Montag (15. April 2024) berichtete.  

Ur-Elefanten-Friedhof in Bayern entdeckt - Fund umfasst 120 Knochen 

Der Fund umfasst 120 Knochen, darunter Schädel und Stoßzähne eines Jungtieres, das zu 70 Prozent erhalten ist. "Er ist spektakulär. Dass diese Ur-Elefanten hier lebten, wissen wir. Aber relativ vollständige Skelette sind selten", sagte Gertrud Rößner, Oberkonservatorin für fossile Säugetiere an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, die in die Bewertung des Fundes eingebunden war. 

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Kapustins neun und zehn Jahre alte Söhne hatten bei der Fossiliensuche mit dem Vater als erste an einem Abhang einen Knochen entdeckt. Danach begann eine monatelange Suche, bei der auch Knochen eine Raubkatze und eines Ur-Nashorns zutage kamen.

Es sei die größte Fundstelle, die man von den Deinotherien als größten Landsäugetieren Europas je entdeckt habe, sagte der geologische Präparator, Nils Knötschke. Er sprach von einem Glücksfall für die Wissenschaft. Das zweite gut erhaltene Tier war bereits größer und älter, jedoch noch nicht ausgewachsen, sodass daran auch die Entwicklung der Tiere sichtbar werde.