Amoktat in Schongau: Schusswaffe des Täters soll versagt haben
Autor: Erik Jasper, Redaktion, Agentur dpa
Schongau, Mittwoch, 08. Juli 2026
Nach der erschütternden Amoktat an einer Schule in Oberbayern hat Bundesinnenminister Dobrindt neue Erkenntnisse öffentlich gemacht. Offenbar verhinderte ein Zufall weiteres Blutvergießen.
Update vom 08.07.2026, 19.52 Uhr: Amoktat in Schongau: Zufall soll weiteres Blutvergießen an Schule verhindert haben
Verhinderte ein glücklicher Zufall ein weitaus schlimmeres Blutvergießen bei der möglichen Amoktat an einer oberbayerischen Schule? Bei seiner mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium in Schongau konnte der 16-jährige Tatverdächtige laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) lediglich einen Schuss abgeben - dann habe die Waffe versagt.
"Der Täter hat sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genähert, hat einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt hat", sagte Dobrindt am Abend in Schongau - die Stadt liegt in seinem Bundestagswahlkreis. "Anschließend hat die Schusswaffe versagt, sodass keine weiteren Schüsse abgegeben werden konnten". Anschließend habe der Täter ein Messer gezogen, sei aber wenig später von Lehrkräften und der Polizei gestoppt und überwältigt worden. Zwei 13-jährige Mädchen wurden auf dem Schulgelände in Schongau zwar schwer verletzt, waren am Nachmittag nach Angaben der Polizei aber glücklicherweise außer Lebensgefahr.
Laut Bundesinnenminister Dobrindt ist der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft: "Die Ermittlungen laufen, der Täter ist in Untersuchungshaft, die entsprechenden Verfahren finden statt". Man gehe von einer Amoktat aus: "Wir gehen weiter davon aus, dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat", so Dobrindt. Bei dem 16-jährigen Tatverdächtigen soll es sich um einen ehemaligen Schüler des Gymnasiums handeln.
Laut Dobrindt waren die beiden Mädchen, die schwer verletzt wurden, zufällige Opfer. "Die beiden Opfer, die schwerstverletzten Mädchen, sind nach unserer Einschätzung zufällige Opfer, die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind", sagte Dobrindt. Über Weiteres, was die Behandlung und mögliche Zusammenhänge mit der Behandlung zu tun haben, könne man derzeit keine Aussagen machen, sagte Dobrindt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass der 16-Jährige kroatischer Staatsangehöriger und damit EU-Bürger ist und in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung war.
Update vom 08.07.2026, 17.44 Uhr: Schongau: Mögliche Amoktat an Schule - zwei Mädchen schwer verletzt
Nach der möglichen Amoktat am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau am Mittwoch (8. Juli 2026) ist bekannt geworden, dass der jugendliche Tatverdächtige in der Vergangenheit wohl in psychiatrischer Behandlung war. Hinsichtlich der Opfer gibt es unterdessen gute Nachrichten: Die beiden schwer verletzten Mädchen, von denen eines mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden war, schweben nach Stand vom Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr.
Wie die dpa berichtet, war der mutmaßliche Täter laut Polizei nach ersten Erkenntnissen mit einem Messer und auch einer Schusswaffe, einer Pistole, bewaffnet. Die Tatwaffe sei das Messer gewesen, sagte ein Polizeisprecher.