Radfahrer bringt sich selbst in Lebensgefahr – kuriose Aussage sorgt für Kopfschütteln bei Bergrettern
Autor: Redaktion
Miesbach, Donnerstag, 11. Juli 2024
Ein E-Bike-Fahrer hat sich kurz vor dem Rotkopf in eine brenzlige Lage gebracht. Den Rettern gegenüber tätigte er eine denkwürdige Aussage.
Ein 36-jähriger Mann aus Neumarkt in der Oberpfalz geriet am Dienstag (9. Juli 2024) am Rotkopf in eine brenzlige Situation – und das mit seinem Mountainbike.
Der Fahrradfahrer fuhr mit seinem E-Bike in gefährlich steiles Terrain, bis er merkte, dass es bergab nicht weiter ging, berichtet Lenz Haberle, Pressesprecher der Bergwacht Schliersee gegenüber Merkur.de. Da das E-Bike zu schwer war, um es bergauf zurückzuschieben, entschied sich der Mann, den Notruf zu wählen. Was folgte, war eine dreistündige Rettungsoperation – und eine private Rechnung.
Mountainbiker bringt sich selbst in Gefahr - er fuhr stur Navi hinterher
Der Mountainbiker verließ sich auf seiner Tour vollständig auf sein Navigationsgerät, welches am Lenker befestigt war. Der Bergretter Haberle berichtet, dass das Gerät eine "völlig absurde" Route vorgeschlagen habe, die ihn zuerst zur Brecherspitz und die Firstalm und dann weiter führen sollte. Vom Stümpfling aus sollte es über den Roßkopf oberhalb des Grünsees zum Rotkopf und dann in Richtung Stolzenberg weitergehen.
Video:
"Kurz vor dem Rotkopf hat er sich dann verfranzt", erklärt Haberle. Auf dieser Strecke habe der Mountainbiker unter anderem einen nur 20 Zentimeter breiten Höhenweg überwinden müssen.
"Die Strecke ist mit dem Rad nicht mal schiebbar", erläutert der Sprecher. Nachdem der Radfahrer in steiles Absturzgelände geraten war, erkannte er schließlich die Gefahr. Haberle beschreibt das Terrain als unwegsam und gefährlich, mit Abgründen von 200 bis 300 Höhenmetern, die der Mountainbiker hätte abstürzen können.
Retter schütteln Kopf über "Vollkaskomentalität"
Um 14.53 Uhr ging schließlich ein Notruf bei der Bergwacht Schliersee ein. Vier Rettungskräfte machten sich in einem ATV auf die Suche nach der vermissten Person. Trotz der Nutzung von Karten der Leitstelle und einer Ortungsplattform blieb der Radfahrer zunächst unauffindbar.
Daher entschied sich ein Bergretter, zu Fuß in Richtung Grünsee zu gehen. Nach eineinhalb Stunden stellte er durch Rufzeichen Kontakt zu dem mit einer Trillerpfeife ausgerüsteten Mountainbiker her. Gleichzeitig hatte sich bereits ein weiteres Fahrzeug mit zwei Bergrettern über den Stümpfling auf die Suche gemacht. Schließlich gelang es dem ersten Retter vor Ort, gemeinsam mit dem Mountainbiker dessen schweres E-Bike wieder auf den Steig zu bringen und über die Stümpflingbahn ins Tal zu transportieren.