München: Frau (31) von Polizei in Supermarkt erschossen - Sprecher mit Details
Autor: Agentur dpa
München, Dienstag, 20. August 2024
In einem Münchner Supermarkt wurde eine 31-jährige Frau von der Polizei erschossen. Wie kam es dazu? Ein Sprecher erläutert Einzelheiten des Vorfalls.
Polizisten haben am Montagabend (19. August 2024) in einem Münchner Supermarkt eine wohl psychisch kranke Frau erschossen. Die 31-Jährige hatte die Beamten mit einem Küchenmesser bedroht, wie die Polizei berichtete. Doch wie kam es zu dem Aufeinandertreffen?
Nach Polizeiangaben hatte es zuvor einen Anruf einer Passantin gegeben. Sie war Zeugin einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen der 31-Jährigen und einem Mann am zwei U-Bahn-Stationen von dem Supermarkt entfernten Goetheplatz in München geworden und hatte daraufhin die Polizei alarmiert. Sie folgte der Verdächtigen und führte die Polizisten zu dem Supermarkt, in dem die Frau sich befand.
Nach tödlichen Schüssen in Münchner Supermarkt: Polizeisprecher mit Details
Von den Geschehnissen im Supermarkt gibt es Aufzeichnungen einer Überwachungskamera, die nun von der Polizei ausgewertet werden. Wie der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Andreas Franken, mitteilte, waren zwei Streifen mit insgesamt vier männlichen Beamten zum Supermarkt gefahren. Die vier Männer sprachen die Frau an, dann habe diese zu einem Küchenmesser gegriffen, das sie bei sich gehabt habe.
Sie habe die Polizisten bedroht, diese hätten daraufhin Pfefferspray eingesetzt und mehrfach gefordert "Messer weg, Messer weg!" Als diese Aufforderungen keine Wirkung gezeigt hätten, hätten zwei der Polizisten daraufhin insgesamt vier Schüsse abgegeben, von denen "mehrere" die Frau trafen. Wie viele genau, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Die Distanz zwischen der 31-Jährigen und den Polizisten sei sehr gering gewesen, habe nur ein bis zwei Meter betragen.
"Es war ein sehr kurzer Zeitraum, es war ein sehr dynamischer Ablauf", sagte Polizeisprecher Franken. Um 18.40 Uhr sei der Anruf der Passantin bei der Polizei eingegangen, um 18.50 Uhr hätten die Beamten den Supermarkt betreten. Supermarktkunden habe die 31-Jährige nicht bedroht. Es gebe "keine Erkenntnisse, dass die Frau dort drinnen jemand anderen angegriffen haben könnte", sagte Franken. Sie habe das "Messer erst nach Ansprache durch die Beamten gezogen".
Was ist bisher über die getötete Frau bekannt?
Die Frau lebte laut Polizei einige Kilometer vom Supermarkt entfernt im Münchner Osten und war polizeibekannt - wegen Betäubungsmittel- und "Aggressionsdelikten". Außerdem wurde sie den Angaben zufolge vor dem Vorfall dreimal polizeilich in einer Psychiatrie untergebracht, weil sie eine Gefahr für sich selbst oder andere dargestellt habe. Ob sie auch bei den Schüssen am Montagabend unter Drogeneinfluss stand, war zunächst unklar. Die Leiche der Frau wurde am Dienstag (20. August 2024) obduziert.
Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft ermitteln nun, ob der Schusswaffengebrauch rechtmäßig war. Das sei in einem Fall wie diesem Standard, sagte der LKA-Sprecher. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den Vorwürfen gegen die 31-Jährige übernommen. Dazu seien bereits Zeugen befragt und Videoaufzeichnungen gesichert worden.