Oberpfalz: Zwei Tote nach Schüssen - Polizei stürmt Wohnung von Verdächtigem
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Berngau, Freitag, 09. Oktober 2026
Eine Routinekontrolle endet in einer Katastrophe, eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts sterben. Nach zähen Stunden wird der Verdächtige festgenommen. Viele Fragen sind noch offen.
Update vom 09.10.2026, 6.15 Uhr: Tödliche Schüsse bei Waffenkontrolle - Verdächtiger gefasst
Erfahrene Spezialisten versuchten über Stunden hinweg, den verschanzten Mann zum Aufgeben zu bewegen. Ihre Bemühungen blieben jedoch erfolglos. Der mutmaßliche Täter, der im Zuge einer routinemäßigen Waffenkontrolle eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz erschossen haben soll, wollte sich nicht ergeben. In der Nacht griffen die Einsatzkräfte schließlich zu. Mithilfe von Sprengmitteln und Schüssen wurde der 60-Jährige in Berngau festgenommen.
"Über den genauen Ablauf der Geschehnisse können derzeit noch keine genaueren Angaben gemacht werden", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz unmittelbar danach. "Das Ganze ging auf jeden Fall nicht widerstandslos, weil die Beamten auch schießen mussten." Die Schüsse verletzten den mutmaßlichen Täter leicht am Bein; der Deutsche wurde anschließend medizinisch versorgt.
Gegen 14 Uhr am Donnerstagnachmittag (8. Oktober 2026) hatten mehrere Zeugen per Notruf Schussgeräusche bei Polizei und Rettungskräften gemeldet. Ein Großeinsatz der bayerischen Polizei begann, der sich bis tief in die Nacht zog.
Routinekontrolle bei legalem Waffenbesitz eskaliert
Zunächst umstellten die Beamtinnen und Beamten das Gebäude. Vor dem weißen Wohnhaus mit der ebenerdigen Eingangstür fanden sie den 45 Jahre alten Behördenmitarbeiter leblos auf dem Boden liegend. Er war bereits tot. "Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale. Er gab in den folgenden Gesprächen an, in seiner Wohnung und im Besitz von Schusswaffen zu sein", schilderte die Sprecherin. Er habe auch zugegeben, geschossen zu haben – und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.
Während die Einsatzkräfte Sicherungsmaßnahmen innerhalb des Gebäudes durchführten, in dem sich der Mann zu diesem Zeitpunkt noch verschanzte, entdeckten sie eine weitere Leiche. Es handelte sich um die 54 Jahre alte Kollegin des 45-Jährigen. "Wir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Schüsse unmittelbar gestorben ist", sagte ein Polizeisprecher. Dafür spreche die Auffindesituation.
Den Angaben zufolge wollten die beiden Opfer eine routinemäßige Kontrolle im Rahmen von legalem Waffenbesitz durchführen. Dabei geht es unter anderem darum, ob die Waffen korrekt gelagert werden. Doch statt dies unter Beweis zu stellen, soll der 60-Jährige das Feuer auf die beiden Kontrolleure eröffnet haben.
Polizei wollte eine friedliche Lösung
Daraufhin fuhr unter anderem ein Spezialeinsatzkommando mit einem gepanzerten Fahrzeug nach Berngau, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Bewohner des Ortes sollten derweil ihre Häuser nicht verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verdächtigen meiden.