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Notlage: Bio-Bauern in Bayern dürfen jetzt auch konventionell füttern


Autor: Agentur dpa

München, Freitag, 07. August 2026

In Bayern herrscht Dürre. Für Bio-Bauern hat der Freistaat jetzt eine ungewöhnliche Maßnahme in Kraft gesetzt. Und die Staatsregierung verspricht finanzielle Hilfe für eine andere Gruppe von Landwirten.
Staubtrocken - das sind die Felder der Bauern vielerorts in Bayern. Für Biobetriebe wird das Tierfutter knapp. (Symbolbild)


Bayern macht angesichts der Knappheit bei Bio-Futter für ökologische Landwirte den Weg frei, auf konventionelle Alternativen auszuweichen. Man habe "die mangelhafte Versorgungslage aufgrund der diesjährigen Dürre als Katastrophenfall im Sinne des europäischen Öko-Rechts anerkannt", teilt das Landwirtschaftsministerium. Dadurch können Ausnahmen für den Ankau konventioneller Futtermittel gewährt werden. 

"Wo über Wochen der Regen fehlt, wächst irgendwann auch das beste Futter nicht mehr", betont Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU). "Gerade für unsere Biobetriebe wird das zum Problem, wenn die eigenen Vorräte knapp werden und auch am Markt nicht genügend Bio-Grundfutter verfügbar ist. In einer solchen Ausnahmesituation müssen wir pragmatisch handeln."

Biohöfe dürfen nur bestimmte Sorten konventionell verfüttern

Ausnahme gibt es aber nur für bestimmte Futtersorten, beispielsweise Heu oder Silage, heißt es vom Ministerium. Kraftfutter müsse in Biobetrieben weiter ausschließlich aus ökologischer Produktion stammen. Zudem müsse nachgewiesen werden, dass kein gleichwertiges ökologisches Futter auf dem Markt verfügbar sei, wenn konventionell erzeugtes Futter zum Einsatz kommen soll.

Vor dem Zukauf müssen betroffene Biobauernhöfe dies bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft beantragen. Zudem rät das Ministerium den Bauern, auch mit ihren Bioverbänden oder Molkereien zu sprechen, da es bei diesen weiterhin Einschränkungen geben könne. 

Basis der Entscheidung ist eine Auswertung der Niederschlagssituation, der zufolge die Niederschläge von März bis einschließlich Juli 2026 in Bayern weit unter dem Durchschnitt lagen. "Zusammen mit Phasen anhaltend hoher Temperaturen führte dies in allen Regionen Bayerns zu einer Dürresituation", heißt es vom Ministerium. Die Regelung bleibt in Kraft, bis sich die Versorgungslage wieder verbessert, maximal aber zwölf Monate.

Schweinehalter in Bayern sollen finanziell entlastet werden

Die bayerische Staatsregierung hat den Schweinehaltern im Freisaat finanzielle Entlastungen versprochen. "Die Lage der landwirtschaftlichen Betriebe ist ernst - die Schweinehaltung in Bayern steht unter massivem wirtschaftlichem Druck", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU), jahrelang selbst als Vollerwerbs-Landwirt tätig. 

Konkret sollen im begründeten Einzelfall betroffene Betriebe steuerliche Stundungen erhalten können. Zudem sollen Einkommensteuer-Vorauszahlungen zügig und unbürokratisch an die tatsächliche aktuelle Ertragslage angepasst werden. Neben den Schweinehaltern, die vom Verfall der Marktpreise betroffen sind, leiden derzeit viele Bauern unter der Dürre, wie Bayerns Bauernpräsident Günther Felßner nach einem Gespräch mit Füracker in Nürnberg erklärte. 

Die anhaltende Trockenheit sorgt in der Landwirtschaft für weitere Probleme. Immer wieder geraten Landmaschinen in Brand. Zuletzt brannte ein Traktor in Bamberg vollständig aus.