Nahverkehr-Streik: Wo Bus, Straßenbahn & Co. in Bayern trotzdem fahren
Autor: Nadine Wüste, Alexander Milesevic, Agentur dpa
Bayern, Freitag, 27. Februar 2026
Der Ausstand hat am frühen Freitagmorgen begonnen und soll bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag laufen. So ist die Lage in Bayern.
Update vom 27.02.2026: Warnstreiks legen Nahverkehr in 13 Städten lahm
Zahlreiche Busse, Trams und U-Bahnen in Bayern bleiben heute und am Samstag (27.728. Februar 2026) in den Depots. In 13 Städten hat der von der Gewerkschaft Verdi ausgerufene zweitägige Warnstreik begonnen, wie Branchenkoordinatorin Katharina Wagner bestätigt. Zur Stärke der Auswirkungen lasse sich am frühen Morgen noch wenig sagen, sie sei mit dem Start jedoch zufrieden.
Betroffen sind die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt; außerdem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Die Aktionen sind Teil einer bundesweiten Initiative der Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde, auch in den meisten anderen Bundesländern wird gestreikt.
Die Nutzer des ÖPNV in den betroffenen Städten müssen sich seit Schichtbeginn am Freitag bis zum Dienstende in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf erhebliche Einschränkungen einstellen. In den größeren Städten ist zudem im Berufsverkehr auch mit Staus auf den Straßen zu rechnen.
Kein kompletter Stillstand trotz Warnstreiks
Kompletten Stillstand bedeutet der Streik in der Regel allerdings nicht: Wie schon in den vorhergehenden Streiks sind S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse nicht betroffen, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden. Dies gilt häufig auch für einen Teil des Stadtbusnetzes - von Ort zu Ort jedoch in unterschiedlichem Maß.
In München fuhren am frühen Morgen laut dortiger Verkehrsgesellschaft MVG beispielsweise etwa die Hälfte der Busse. Die meisten Verkehrsunternehmen haben Notfahrpläne im Busnetz angekündigt. In Ingolstadt erwartete Verdi hingegen die vergleichsweise geringsten Einschränkungen.
Ob Trams und U-Bahnen fahren, ist in den Städten mit diesen Verkehrsmitteln unterschiedlich geregelt. In München hängt es von der Streikbeteiligung ab, ob im Tagesverlauf einzelne Linien angeboten werden, am Morgen gab es laut MVG allerdings noch keinen Betrieb. In Augsburg meldeten die Stadtwerke hingegen am Morgen, dass Busse und auch Trams im Depot bleiben. Auch in Nürnberg ist geplant, U- und Trambahnen im Depot zu lassen.
Gegenseitige Vorwürfe
Verdi fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, für die der Tarifvertrag gilt, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Bisher kam es in den Verhandlungen zu keiner entscheidenden Annäherung. Die Arbeitgeber weisen die Forderung als nicht erfüllbar zurück.