Nach tödlichen Unfällen: Heftige Diskussionen um bayerisches Wahrzeichen
Autor: Agentur dpa
Donaustauf, Freitag, 05. Juni 2026
Die Walhalla ist ein beliebtes Ausflugsziel mit grandioser Aussicht. Nach einem tödlichen Unfall 2025 sind an dem Baudenkmal provisorische Absperrungen angebracht worden. Die sorgen für Diskussionen.
Wie ein griechischer Tempel thront die Walhalla über der Donau nahe Regensburg. Das Baudenkmal zieht mehrere hunderttausend Besucher im Jahr an. Die mächtigen Stufen rund um die Säulenhalle sind bei Ausflüglern ein beliebter Ort zum Sitzen und Verweilen. Die Aussicht ist nicht nur bei Sonnenuntergang eindrucksvoll.
Die Stufen sind aber auch nicht ungefährlich. Es gibt kaum Geländer und an manchen Kanten geht es mehrere Meter in die Tiefe. Nach dem tödlichen Sturz eines Mannes im Juli 2025 hat die Schlösserverwaltung Absperrungen anbringen lassen. Ein umstrittenes Provisorium.
Walhalla-Besucher ignorieren Absperrungen
Die Frage nach Absperrungen auf der Walhalla ist eine Abwägung von Denkmalschutz, Sicherheit und Eigenverantwortung. Seit Jahren gibt es auf dem Steinboden rund um die Säulenhalle bereits eine weiße Linie, die Besucher nicht übertreten sollen. Schilder mahnen zur Vorsicht.
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Seit vergangenem Sommer hängen nun zwischen den mächtigen steinernen Säulen weiße Ketten aus Kunststoff. Daran baumeln in Plastik gefasste Warnhinweise: Achtung Absturzgefahr. Zusätzlich sind Metallgitter und weiß-rot gestreifte Warnbarken aufgestellt worden.
Auf diese Weise sollen die Besucher zusätzlich sensibilisiert werden, wie die Schlösserverwaltung vergangenen Sommer mitteilte. All diese Maßnahmen halten viele Besucher aber nicht davon ab, sich auf die Stufen zu setzen, die Beine – und vielleicht auch die Seele – ein wenig baumeln zu lassen. Sie steigen über die Kunststoffketten oder schlüpfen unten durch.
Kommunalpolitiker wollen keine Absperrungen an der Walhalla
Wolfgang Vogel und Hans Sauerer, erster und zweiter Bürgermeister von Donaustauf, haben Verständnis dafür, dass die Sicherheit verbessert werden soll. Von den provisorischen Maßnahmen sind sie aber nicht überzeugt. "Die Besucher wollen hier sitzen und die Aussicht genießen", sagen die beiden Kommunalpolitiker bei einem Ortstermin. In der Marktgemeinde sei der Tenor: keine Absperrungen an der Walhalla.
Sicherlich müsse man die steigenden Besucherzahlen berücksichtigen, sagt Wolfgang Vogel. An besonders gefährlichen Stellen könnten eventuell Geländer angebracht werden. Aber: "Sie müssen zum Bauwerk passen." Die Walhalla sei schließlich ein historisches Gebäude. "Es soll nicht aussehen wie auf einer Baustelle."