München: Student wegen brutaler Vergewaltigungen zu Haft verurteilt
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
München, Donnerstag, 16. April 2026
Hartgesottene Ermittler beschreiben den Fall aus München als "das Schlimmste", das sie je gesehen haben. Ein junger Mann hat seine Freundin über Monate hinweg betäubt und brutal vergewaltigt. Videomaterial davon verschickte er an "Tausende von Männern" über eine Chatgruppe.
"Monströs" nennt der Vorsitzende Richter die Taten. "Menschen- und frauenverachtend". Selbst abgebrühte Ermittler hätten die Videos, die es davon gab, als "das Schlimmste" beschrieben, das sie je gesehen haben.
Elf Jahre und drei Monate Gefängnis verhängt das Landgericht München I gegen einen Mann, der gestanden hat, seine Partnerin über Monate hinweg mit starken Narkosemitteln betäubt, brutal vergewaltigt und dabei gefilmt zu haben – teilweise stundenlang. Groß berichtet hat in den letzten Wochen der Spiegel über den Fall Ulmen/Fernandes - Schauspieler Christian Ulman soll in sogenannten Deepfakes seine mittlerweile Ex-Ehefrau in Pornos platziert und auch Vergewaltigungen erstellt haben.
"Monströse" Taten: Junger Mann zu elf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt
"Es war in allen Fällen großes Glück, dass die Geschädigte nicht gestorben ist", sagt Richter Markus Koppenleitner. Er verurteilt den 28 Jahre alten Studenten aus China unter anderem wegen versuchten Mordes, besonders schwerer Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge (wobei sich der Versuch auf die Todesfolge bezieht) sowie der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen.
Das Gericht verhängt zudem den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung. Koppenleitner nennt die Taten "hochkriminell, hochprofessionell" und die Aufnahmen, die der junge Mann davon machte, um später immer wieder dazu zu onanieren, "Videos, die sich einprägen, die schockieren". Die Geschädigte, die erst durch die Festnahme ihres Freundes von den Taten erfuhr, habe selbst im Gerichtsprozess noch nicht glauben können, was ihr Partner ihr angetan hat.
Und auch wenn der Angeklagte geständig gewesen sei, habe er "versucht, die Taten zu verharmlosen", sie "gefährlich, egoistisch, ungehobelt und unbedacht" genannt. "Eine noch immer beschönigende Beschreibung." Er sei kein Frauenhasser, hatte der 28-Jährige zum Beispiel vor Gericht gesagt. "Ich liebe dieses Mädchen, aber ich habe sie tief verletzt." Auf Videos ist nach Ermittlerangaben zu sehen, wie der Mann immer wieder Medikamente nachspritzt oder ihr Tücher mit Betäubungsmitteln ins Gesicht drückt, um sicherzugehen, dass die Frau während der Vergewaltigungen nicht aufwacht.
Perverses Netzwerk aufgedeckt: Männer beraten sich zu Vergewaltigungen und tauschen Videos aus
Auf seine Spur gekommen waren die Ermittler dem Angeklagten wegen eines Verfahrens in Hessen: Das Landgericht Frankfurt am Main verurteilte einen Mann zu 14 Jahren Haft - unter anderem wegen besonders schwerer Vergewaltigung und versuchten Mordes.
Die zuständige Kammer ordnete zudem Sicherungsverwahrung an. Dieser Fall war es, der ein regelrechtes Vergewaltigungsnetzwerk aufdeckte. Die Ermittlungsgruppe "EG Inserat" des hessischen Landeskriminalamtes informierte die Kollegen im Bundesgebiet, darunter in Berlin und Bayern, über weitere Verdächtige und das, was in Chatgruppen vor sich ging.