München: Besonders schwere Vergewaltigung - 39-Jähriger ignoriert Safeword
Autor: Agentur dpa
München, Dienstag, 17. Oktober 2023
Ein Mann und eine Frau treffen sich mehrfach zu Sado-Maso-Sexspielen und sogenannten Rapegames. Sie hatten ein Safeword vereinbart - als sie es ausspricht, ignoriert er es. Nun wurde der 39-Jährige verurteilt.
Im Prozess um eine Vergewaltigung nach Rollen- und Fesselspielen hat der Angeklagte die Aussage vor dem Landgericht München II verweigert. Er wollte sich am Donnerstag (05. Oktober 2023) weder zu den Vorwürfen, noch zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern, wie seine Verteidigung mitteilte.
Der 39-Jährige ist wegen besonders schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt - unter anderem, weil er das sogenannte Safeword einer Frau ignoriert und weitergemacht haben soll.
Update vom 17.10.2023, 14.30 Uhr: "Safeword" ignoriert - 39-Jähriger für Vergewaltigung verurteilt
Wegen des Ignorierens des vereinbarten Stoppzeichens bei Rollen- und Fesselspielen hat das Landgericht München II einen 39-Jährigen für besonders schwere Vergewaltigung und Freiheitsberaubung zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.
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Täter und Opfer hatten sich zuvor mehrfach einvernehmlich zum Ausleben sexueller Fantasien getroffen. Bei "Rapegames" setzten sie in Rollenspielen Vergewaltigungsszenarien um.
Bei einem der Treffen jedoch setzte sich der Mann dabei auch über die Grenzen der Frau hinweg, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Weil er dabei ein besonderes Vertrauensverhältnis ausgenutzt habe, sei eine Bewährungsstrafe nicht mehr vertretbar gewesen.
Erstmeldung vom 07.10.2023. 16.00 Uhr: Safeword ignoriert - Mann vergewaltigt Frau bei Rollenspiel
Die beiden hatten sich laut Staatsanwaltschaft zuvor schon häufiger zu einvernehmlichem Sex und Rollenspielen getroffen, bei denen es auch um Vergewaltigungsfantasien ging. Für ihre Treffen hatten die beiden als Sicherheitsvorkehrung ein "Safeword" vereinbart. Demnach hatten sie sich darauf geeinigt, dass der Mann sofort aufhört, wenn die Frau "schwarzes Herz" sagt.
Bei einem Treffen in Egling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) im Jahr 2022 soll die Sache dann aber aus dem Ruder gelaufen sein. Die Frau habe die sexuelle Beziehung zwar damals beenden wollen, sich aber zunächst nicht gewehrt, als der Mann sie gefesselt und geschlagen habe. Als sie ihn mit dem Safeword "schwarzes Herz" gebeten habe, aufzuhören, habe dieser das zunächst auch getan, habe sie dann aber erneut gepackt, gefesselt, geschlagen und vergewaltigt.