Memmingen: Doppelmord an Ehepaar - Kassenbon belastet Angeklagten
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Memmingen, Mittwoch, 21. Oktober 2026
Ein Ehepaar wird in seinem Haus erschlagen, der frühere Schwiegersohn steht wegen zweifachen Mordes vor Gericht. Welche Rolle spielen Familienstreitigkeiten und der Vorwurf rassistischen Verhaltens?
Update vom 21.10.2026: Doppelmord an Seniorenpaar - Angeklagter bestreitet Tat
Nach dem Gewaltverbrechen mit einem toten Ehepaar in Memmingen im Februar 2026 bestreitet der wegen zweifachen Mordes angeklagte Mann vor Gericht jegliche Verantwortung. Er habe die 68 Jahre alte Frau und ihren 72 Jahre alten Mann nicht getötet, trug sein Verteidiger zu Beginn des Prozesses vor dem Memminger Landgericht vor.
Über die von seinem Rechtsanwalt verlesene Erklärung hinaus machte der 45-Jährige zunächst keine weiteren Angaben. Der Mann war früher mit der Tochter des getöteten Ehepaares verheiratet. Der Hintergrund der Gewalttat waren nach Ansicht der Ermittler Streitigkeiten mit seinen Schwiegereltern.
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Laut Einschätzung der Staatsanwaltschaft war der Mann an einem Morgen Mitte Februar in das Einfamilienhaus eingedrungen. Danach soll er die Eheleute in deren Wohnung mit einem Gipserbeil erschlagen haben. Ein solches Beil wird von Handwerkern besonders bei Bauarbeiten genutzt.
Ermittler sehen Rache für Familienstreitigkeiten als Motiv
Die Frau soll er in der Küche mit mindestens zwölf Schlägen getötet haben, den Mann mit 21 Schlägen im Bereich des Schlafzimmers. Dort hatte der 72-Jährige nach Angaben der Ermittler einen Baseballschläger deponiert, um sich im Fall eines Angriffs zu verteidigen. Das Opfer konnte den Schläger jedoch nicht mehr greifen.
Das Motiv soll laut Anklage Rache gewesen sein. Der 45-jährige Deutsch-Iraker habe das Seniorenpaar für die Trennung von seiner Ex-Frau verantwortlich gemacht. Zudem wollte er sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft auch für rassistisches Verhalten des getöteten Mannes ihm gegenüber rächen.
Ebenso soll der 72-Jährige den Sohn des Angeklagten körperlich verletzt haben. Schließlich soll es dem 45-Jährigen auch darum gegangen sein, seine Ex-Partnerin durch Tötung ihrer Eltern zu bestrafen.
Polizei ermittelte mit Hilfe von Flugblättern
Nach der Bluttat im Memminger Ortsteil Steinheim konnte der Täter zunächst unerkannt entkommen. Es dauerte auch einige Zeit, bis die Opfer gefunden wurden. Die Toten wurden am Abend des Aschermittwochs (18. Februar 2026) gefunden. Entsprechend ging die Kripo zunächst davon aus, dass dies auch der Tattag war. In der Anklage heißt es nun, dass der Täter schon am Dienstagmorgen in das Haus eingedrungen sei und die Eheleute überfallen habe.