Langweid am Lech: Nach Bluttat in Bayern - Mann (64) erschießt drei Menschen - Ermittlungen dauern an
Autor: Agentur dpa
Langweid am Lech, Samstag, 29. Juli 2023
Ein schreckliches Verbrechen hat sich in Langweid am Lech (Kreis Augsburg) ereignet. Ein Mann erschoss drei Menschen, zwei weitere verletzte er schwer. Nun sitzt der Tatverdächtige in U-Haft.
Update vom 31.07.2023, 20 Uhr: Ermittlungen dauern an
Nach dem gewaltsamen Tod dreier Menschen in der schwäbischen Gemeinde Langweid am Lech dauern die Ermittlungen an. Neue Erkenntnisse der Behörden lagen am Montag zunächst noch nicht vor. Der Landrat des Landkreises Augsburg, Martin Sailer (CSU), teilte mit, der mutmaßliche Täter, ein Sportschütze, sei in den vergangenen Jahren immer wieder überprüft worden. «So, wie es das Gesetz vorsieht: alle drei Jahre seit 2010 lückenlos und ohne Auffälligkeiten oder Beanstandungen.»
Der 64-Jährige erschoss am Freitagabend in dem Ort im Landkreis Augsburg mutmaßlich drei Nachbarn und verletzte zwei weitere Menschen schwer. Er sitzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf gegen den Deutschen lautet Mord. Hintergrund soll ein seit Jahren währender Streit unter den Nachbarn sein.
Dem Landrat zufolge ist es verständlich, dass das Gewaltverbrechen eine Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts nach sich ziehe. «Wir als Rechtsaufsichtsbehörde sind dafür allerdings nicht zuständig, das ist rein eine politische Entscheidung», so Sailer. Im Landkreis und im Landratsamt herrschten angesichts der Geschehnisse Trauer und Entsetzen.
Update vom 30.07.2023, 10.10 Uhr: Drei Tote in Langweid - Tatverdächtiger sitzt in U-Haft
Der 64-jährige Mann, der im Landkreis Augsburg drei Menschen erschossen und zwei weitere schwer verletzt haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Am Samstagnachmittag (29. Juli 2023) sei der Haftbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt worden, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Augsburg werden wegen Mordes geführt.
Nun steht für die Polizei die Aufklärung des Verbrechens im Vordergrund. In den nächsten Tagen wollen die Ermittler den Tatablauf rekonstruieren und die Hintergründe der Gewalttat klären, sagte Polizeisprecher Markus Trieb am Sonntag (30. Juli 2023).
Der Sportschütze steht im Verdacht, in Langweid am Lech bei Augsburg drei seiner Nachbarn - ein Ehepaar und eine 72-Jährige - am Freitagabend in einem Mehrfamilienhaus erschossen zu haben. Danach soll er in einem anderen Haus eine 32-jährige Frau und einen 44-jährigen Mann mit Schüssen schwer verletzt haben. Am Nachmittag des Tattages war die Polizei wegen eines Streits unter Nachbarn zu dem Mehrfamilienhaus gerufen worden, an dem nach Angaben von Trieb auch der Verdächtige und die Opfer beteiligt gewesen waren.
Der Nachbarschaftsstreit in dem Haus gärte wahrscheinlich schon länger. "In Einzelfällen wurde die Polizei gerufen", sagte Trieb. Seit Ende 2018 sei es dabei zu unterschiedlichen Vorfällen wie Gerangel, Beleidigungen oder Drohgebärden gekommen. Darüber hinaus sei der 64-Jährige nicht polizeilich in Erscheinung getreten.