Landesweiter Schlag gegen "Hells Angels" - Polizei auch in Bayern im Einsatz
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Bayern, Mittwoch, 30. Sept. 2026
Mit einer großangelegten Razzia ist die Polizei deutschlandweit gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk der Hells Angels vorgegangen. Auch in Bayern waren die Ermittler dabei im Einsatz.
Mit einer umfassenden Razzia geht die Polizei mit über 1000 Einsatzkräften in Deutschland und weiteren europäischen Ländern seit dem Morgen gegen ein Geldwäsche-Netzwerk im Umfeld der "Hells Angels" vor. Laut der zuständigen Polizeibehörde in Duisburg sollen zudem mehrere Haftbefehle vollstreckt werden. Insgesamt sollen Vermögenswerte im Wert von 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt werden.
Gleichzeitig finden den Angaben zufolge Durchsuchungen von sechs Objekten auch in Bayern sowie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin statt. Beim LKA in Bayern verwies ein Sprecher zunächst an die zuständigen Ermittlungsstellen.
Mehr als 100 Objekte durchsucht: Polizei nimmt Rocker ins Visier
Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, richtet sich der Einsatz gegen ein internationales Netzwerk von Geldwäschern sowie gegen eine kriminelle Vereinigung. Bei dieser handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um die "Hells Angels". Insgesamt werden laut Polizei mehr als 100 Objekte durchsucht, es gibt 71 Beschuldigte.
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Darunter befinden sich laut den Ermittlungsbehörden "Verantwortliche eines bundes- und europaweit tätigen Geldwäschenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung." Ihnen werde "insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen", hieß es in einer Mitteilung. Zudem gehe es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
Ein dpa-Reporter beobachtete am Mittwochmorgen einen sehr großen Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften (SEK) an der Adresse eines einflussreichen "Hells Angels"-Rockers in Duisburg. Die Polizei berichtete von zahlreichen Durchsuchungsmaßnahmen in NRW. Aktionen gab es demnach auch in sieben Objekten in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden in eigener Zuständigkeit der dortigen Behörden.
Ermittler bezeichnen Fall als "exemplarisch"
Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Duisburg, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW ist ebenfalls involviert. "Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Verflechtung krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und der internationalen Wirtschaftskriminalität", so die Ermittler: "Durch professionelle Verschleierungshandlungen werden dabei erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt und durch Straftaten erlangtes Vermögen unter anderem in Firmen und Grundbesitz investiert."
Laut "Bild" laufen die Ermittlungen bereits seit mehr als vier Jahren. Ausgangspunkt war demnach eine spektakuläre Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt im Mai 2022. Bei der Auseinandersetzung in dem Stadtteil von Duisburg mit über 100 Beteiligten waren damals Rocker mit Mitgliedern einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten.