Kreis Unterallgäu: Toter durch Infektion mit gefährlichem Borna-Virus
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Mindelheim, Donnerstag, 30. April 2026
Infektionen mit dem Borna-Virus sind selten, enden aber oft tödlich. Jetzt gibt es in Bayern einen weiteren Fall.
Wieder ist ein Mensch in Bayern an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus ums Leben gekommen. Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Infektionen mit dem Virus, das hauptsächlich von der Feldspitzmaus übertragen wird, seien außerordentlich selten, verliefen jedoch in der Regel lebensbedrohlich, hieß es weiter.
Das Gesundheitsamt befasse sich mit der Klärung des Infektionsweges und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Wo und wie sich der Mensch infiziert habe, sei zunächst unklar.
Toter durch Borna-Virus in Bayern - Maus als Überträger
Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektionsfälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten vermuten, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.
Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Beim Entsorgen einer toten Maus oder ihrer Ausscheidungen sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben - zum Beispiel beim Kehren im Schuppen - sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Flächen reinigen. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgt werden.
Mehrere Todesfälle in Bayern
Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse.
Im März wurde ein Infektionsfall im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm am Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals keine Erklärung.