Kreis Landshut: Unfall bei Freibad-Einbruch endet tödlich - Mann (20) stirbt
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
4297 Hohenthann, Montag, 22. Juni 2026
Fünf junge Männer steigen nachts über den Zaun eines Freibads im Landkreis Landshut. Für einen jungen Mann endet die Aktion tödlich. Alkohol könnte eine Rolle gespielt haben.
Bei einem nächtlichen Einbruch in ein Freibad in Niederbayern hat ein 20-Jähriger dort bei einem Unfall schwere Verletzungen erlitten und ist im Krankenhaus an diesen gestorben. Zusammen mit vier anderen jungen Männern im Alter von 19 bis 24 Jahren überkletterte er nach Angaben eines Polizeisprechers am Sonntag (21. Juni 2026) gegen 4 Uhr morgens den Zaun des Freibads in Hohenthann nahe Landshut.
Den Beamten sei gemeldet worden, dass sich eine Gruppe junger Menschen im Bad aufhalte. Vermutlich habe sich der 20-Jährige beim Sprung in das Becken schwer verletzt, so die Polizei. Er sei nach notärztlicher Versorgung in eine Klinik gebracht worden, wo er wenige Stunden später starb. Es sei von einem tragischen Unglücksfall auszugehen, teilte die Polizei mit. Alkoholeinfluss könnte bei der Aktion "möglicherweise auch eine Rolle spielen", sagte der Sprecher, ohne nähere Angaben zu machen.
Ermittlungen zur Todesursache stehen im Vordergrund
Es werde wegen eines möglichen Hausfriedensbruchs ermittelt, jedoch stünden die Ermittlungen zur Todesursache im Vordergrund. Das Freibad blieb laut der Gemeinde nach dem Unfall am Sonntag geschlossen und öffnete erst am Montag wieder. "Alle, die den Verstorbenen gekannt haben, sind tief betroffen", sagte die Bürgermeisterin von Hohenthann, Andrea Weiß. Es komme gelegentlich vor, dass nächtliche Besucher das Freibad aufsuchen. "Aber es gab noch keine Vorfälle."
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Der Vorsitzende des bayerischen Landesverbands der Schwimmmeister, Ralf Großmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Fall zeige, "welche erheblichen Gefahren nächtliche Aufenthalte in geschlossenen Freibädern mit sich bringen". Es gebe keine Badeaufsicht und somit im Ernstfall niemanden, der sofort eingreifen könne. "Kommt es zu einem Sprungunfall, einer Bewusstlosigkeit oder einem anderen medizinischen Notfall, entscheiden oft wenige Minuten darüber, ob ein Mensch gerettet werden kann", erklärte Großmann.
Vor allem in Tropennächten würden diese Gefahren häufig unterschätzt, so Großmann weiter. "Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik oder Selbstüberschätzung können dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden." Dass Freibäder auch bei hohen Temperaturen nachts geschlossen bleiben, diene "in erster Linie dem Schutz von Menschenleben", betonte Großmann. "Mein Appell lautet deshalb: Ein nächtlicher Ausflug ins Freibad mag harmlos oder aufregend erscheinen. Im Ernstfall ist jedoch niemand vor Ort, der sofort helfen kann. Dieses Risiko sollte niemand eingehen."