Kommunalwahl 2026 in Bayern: Hier wird es besonders spannend
Autor: Agentur dpa
Bayern, Samstag, 07. März 2026
Die Kommunalwahl am 8. März wird vielerorts spannend. Wo der Kampf ums Rathaus besonders interessant werden könnte.
Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 sind viele gespannt auf das landesweite Abschneiden der Parteien. Dabei ist die Wahl eigentlich eine Summe vieler kleiner Wahlen für Spitzenämter vor Ort.
Interessant werden die OB-Wahlen in größeren Städten und manche Landratswahlen. Aber nicht nur. Eine beispielhafte Liste, wo es besonders interessant oder spannend wird:
Melanie Huml will Oberbürgermeisterin in Bamberg werden - starke Konkurrenz
Oberfranken
Bamberg: Hier will eine ehemalige bayerische Staatsministerin den Chefsessel im Rathaus für die CSU erobern. Melanie Huml, einst Gesundheits- und Europaministerin, tritt bei der OB-Wahl an. Bisher hatte die bei Touristen und Ausflüglern beliebte Welterbe-Stadt einen SPD-Oberbürgermeister, Andreas Starke tritt jedoch nicht wieder an. Der Jurist war 2006 erstmals ins Amt gewählt worden. Seine Partei schickt nun Sebastian Niedermaier ins Rennen. Für die Grünen tritt der bisherige zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp an - ihm werden gerade im studentisch geprägten Milieu durchaus Chancen eingeräumt. Insgesamt gibt es acht Kandidierende für die OB-Wahl in Bamberg.
Hof: Politik zwischen Hof und Berlin - das Ehepaar Bär kennt diesen Spagat seit Jahren. Während Dorothee Bär (CSU) inzwischen Bundesministerin für Forschung ist, will ihr Mann Oliver - auch bei der CSU - Landrat für den Landkreis Hof bleiben. Herausgefordert wird er von SPD-Kandidat Alexander Mosena und Stefan Heindl (FDP). Bemerkenswert: Vor allem der Norden Bayerns galt jahrelang als vergleichsweise starkes SPD-Gebiet. Bär gewann 2014 eher überraschend die Wahl, 2020 fiel sein Vorsprung deutlicher aus.
Lichtenberg: Eine interessante Personalie ergibt sich in Lichtenberg im Landkreis Hof. Hier gewann 2020 ein 19-Jähriger die Kommunalwahl und wurde zum damals jüngsten Bürgermeister Deutschlands: Kristan von Waldenfels. Inzwischen ist seine politische Karriere weitergegangen, er sitzt für die CSU im bayerischen Landtag, als bisher jüngster Abgeordneter überhaupt. Bürgermeister in Lichtenberg ist er aber geblieben. Und will das auch nach der Wahl 2026 sein.
Erobert die SPD das Nürnberger Rathaus zurück?
Mittelfranken
Nürnberg: In Bayerns zweitgrößter Stadt wird spannend, ob dem CSU-Oberbürgermeister Marcus König wieder der Wahlsieg gelingt. Nürnberg galt jahrzehntelang (bis auf eine kurze Unterbrechung) als rote Hochburg. Doch als der beliebte SPD-Oberbürgermeister Ulrich Maly nach 18 Jahren im Amt bei der letzten Wahl 2020 nicht mehr antrat, eroberte der CSU-Politiker das Nürnberger Rathaus. Diesen fordert nun SPD-Spitzenkandidat Nasser Ahmed heraus. Sollte er gewinnen, würde Nürnberg erstmals von einem Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund regiert. Ahmeds Eltern stammen aus Eritrea, er selbst wurde in Nürnberg geboren. Die Grünen-Kandidatin Britta Walthelm gilt zwar als Außenseiterin, sollte sie ein ordentliches Ergebnis einfahren, könnte es aber zu einer Stichwahl kommen. Bei derU18-Wahl in Nürnberg gab es jüngst schon einen klaren Sieger.
Fürth: In Fürth will SPD-Urgestein Thomas Jung nach 24 Jahren im Amt noch einmal gewählt werden - und hat beste Chancen. 2020 heimste er mit fast 73 Prozent ein Rekordergebnis ein. In Erlangen, wo insgesamt acht Kandidaten und Kandidatinnen um den Chefsessel im Rathaus kämpfen, könnte es zwischen CSU-Bewerber Jörg Volleth und Amtsinhaber Florian Janik von der SPD eng werden. Eines der Dauer-Streitthemen ist der Bau einer städteübergreifenden Trambahnlinie, der sogenannten Stadt-Umland-Bahn, den die CSU ablehnt.