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Ismaning: Autofahrer fährt Polizisten an - jetzt ermittelt Mordkommission


Autor: Agentur dpa, Redaktion

Ismaning, Freitag, 21. August 2026

Ein Autofahrer hat nahe Ismaning einen Polizeibeamten dienstunfähig gemacht. Nach seiner Flucht wurde er gefasst. Jetzt wird entschieden, was mit ihm geschieht.
Bei Ismaning in der Nähe von München hatten Beamte am Donnerstag gegen 16 Uhr an einer Tankstelle einen rücksichtslos fahrenden Autofahrer beobachtet.


In der Nähe von Ismaning feuerte ein Beamter mehrere Schüsse ab, nachdem ein Autofahrer einen Kollegen angefahren hatte. Dies bestätigte Polizeisprecher Thomas Schelshorn.

Der 58-jährige Autofahrer aus München flüchtete zunächst, wurde aber am frühen Donnerstagabend (20. August 2026) festgenommen. Er blieb unverletzt, der Beamte kam verletzt ins Krankenhaus. Am Freitag sollte der mutmaßliche Täter dem Haftrichter vorgeführt werden. 

Update vom 21.08.2026: Wollte der Autofahrer bei Ismaning einen Polizisten töten?

Gegen den Mann ermittelt nun die Mordkommission. Es gehe um ein versuchtes Tötungsdelikt, teilte die Polizei mit. Es werde auch geprüft, ob eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus infrage komme, sagte der Polizeisprecher. Er sei der Polizei überwiegend wegen Gewaltkriminalität bekannt gewesen. Der 58-jährige Deutsche war wegen seiner rabiaten Fahrweise von der Polizei aufgehalten worden und dann plötzlich auf einen der Beamten zugefahren.

Ziel der Schüsse sei es gewesen, den Wagen zu stoppen. Das Fahrzeug wurde auch getroffen. Danach seien zwei Reifen platt gewesen. Ob sie von Schüssen getroffen oder bei der Verfolgungsfahrt beschädigt wurden, sei noch unklar. Wie stets bei Schüssen durch Polizeibeamte werde nun auch die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Schussabgabe geprüft. Der verletzte Beamte sei dienstunfähig, aber nicht schwer verletzt, hieß es.

Ursprungsmeldung vom 20.08.2026: Autofahrer flüchtet vor Kontrolle - Verfolgungsjagd mit der Polizei

Beamte hatten gegen 16 Uhr an einer Tankstelle einen rücksichtslosen Autofahrer beobachtet, durch dessen Verhalten möglicherweise eine unbeteiligte Frau gefährdet wurde. Als die Polizisten den Autofahrer kontrollieren wollten, habe dieser Gas gegeben, es kam zu einer Verfolgungsjagd.

Schließlich konnte die Polizei den Mann stoppen. Doch der schloss sich - so Schelshorn - im Wagen ein und weigerte sich, auszusteigen. Als einer der Beamten einen Nothammer aus dem Polizeiwagen holen wollte, habe der Mann den anderen Beamten angefahren. Hier sei es zu den Schüssen gekommen. "Welcher der beiden Beamten geschossen hat, ist Gegenstand der Ermittlungen", so der Polizeisprecher. 

Der Autofahrer sei dann erneut geflüchtet, erst im Wagen, dann zu Fuß. "Wir haben mit starken Kräften gefahndet", sagte der Polizeisprecher. Mehr als 80 Polizeibeamte sowie ein Hubschrauber und ein Polizeihund seien im Einsatz gewesen.

Fahndung mit 80 Beamten und Hubschrauber - Festnahme in Garten

Der entscheidende Hinweis auf den Mann sei dann von Anwohnern gekommen, die ihn in einem fremden Garten entdeckt hatten. Der Mann wurde festgenommen. Er sei der Polizei bereits bekannt - er habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden.

Erst am Dienstag (18. August) hatte ein Beamter in München mit einem Schuss einen 14-Jährigen schwer verletzt, der auf offener Straße mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole hantiert hatte. Über den Hergang gibt es verschiedene Darstellungen. Laut Polizei hatten Zivilbeamte den Jugendlichen von hinten angesprochen und aufgefordert, die Waffe fallen zu lassen. Er habe sich aber mit der mutmaßlichen Waffe in der Hand zu den Polizisten umgedreht. Daraufhin habe ein Beamter geschossen. Aus dem Umfeld des Schülers, der diesen Angaben zufolge kurdischer Abstammung ist, hieß es, er habe gerufen, die Polizei solle nicht schießen, es sei eine Spielzeugwaffe.