Mann (35) läuft nackt auf Gleisen und greift mit Holzstück an: Einsatz in Bayern endet tragisch

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Weil sich ein 35-Jähriger in Oberbayern in einer psychischen Ausnahmesituation befand, rückte ein Großaufgebot an Einsatzkräften an. Mehrere Stunden lang diskutierten sie mit ihm, doch dann griff der Mann plötzlich an.

Update vom 07.06.2023, 8.20 Uhr: Mehr Details zu tödlichem Polizeieinsatz in Ingolstadt bekannt

Nach dem Tod eines Mannes in Ingolstadt am Montagvormittag (5. Juni 2023) sind nun mehr Details zu dem Fall bekannt geworden: Demnach soll der 35-Jährige aufgrund seines psychischen Zustandes einen großen Einsatz ausgelöst haben, bevor er durch den Schuss aus einer Polizeiwaffe starb.

Die Beamten konfrontierten den Mann gegen 10.15 Uhr zunächst, als dieser unbekleidet auf Bahngleisen im Osten der Stadt nahe einer Raffinerie umherlief. Die Polizei wollte den 35-Jährigen daraufhin in ein Krankenhaus bringen, er wehrte sich jedoch und wurde handgreiflich. Mehrere Stunden lang verhandelte die Polizei anschließend mit ihm auf der Brücke einer Unterführung. Auch ein Arbeitskollege des 35-Jährigen, ein Sondereinsatzkommando, eine polizeiliche Verhandlungsgruppe, ein Dolmetscher sowie ein Notarzt wurden hinzugezogen.

Der Mann habe wiederholt damit gedroht, von der Brücke zu springen, und rannte dann erneut davon, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Später sei er plötzlich aus einem Busch hervorgesprungen und rannte mit einem großen Holzstück auf einen der Polizisten zu. "Im weiteren Verlauf kam es bei einem unvermittelten Angriff der Person zum polizeilichen Schusswaffengebrauch", heißt es im Bericht des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Trotz sofortiger medizinischer Versorgung verstarb der Mann wenig später an den dabei erlittenen Verletzungen im Krankenhaus.

Die weiteren Ermittlungen zur Klärung des Tathergangs sowie der Umstände der polizeilichen Schussabgabe führt das Bayerische Landeskriminalamt unter Leitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Eine Obduktion soll klären, von wie vielen Schüssen der Mann getroffen wurde. Laut Joachim Herrmann stammte der 35-Jährige aus Tschechien und sei dort bereits wegen Drogendelikten und Diebstahl polizeibekannt gewesen, erklärte der bayerische Innenminister.

Erstmeldung vom 06.06.2023, 7.45 Uhr: Polizei erschießt Mann in Ingolstadt - Verhandlung eskaliert plötzlich

Ein 35-Jähriger ist bei einem Polizeieinsatz in Ingolstadt am Montag (5. Juni 2023) tödlich verletzt worden - nach einem Schusswaffengebrauch der Beamten. Das teilte die Polizei am Abend mit.

Gegen 10.15 Uhr sei der Einsatzzentrale mitgeteilt worden, dass sich eine Person im Osten der Stadt in einer psychischen Ausnahmesituation befinden soll. Kräfte der Polizeiinspektion Ingolstadt hätten daraufhin südlich der Raffinerie einen Mann angetroffen.

Mann bei Polizeieinsatz durch Schusswaffe tödlich verletzt

Bei mehrstündigen Verhandlungen, auch unter Hinzuziehung der polizeilichen Verhandlungsgruppe und weiterer Spezialkräfte, sei versucht worden, ihn "einer medizinischen Behandlung zuzuführen", hieß es. Am Montagnachmittag hab es dann einen unvermittelten Angriff des Mannes gegeben - und es sei zum Schusswaffengebrauch gekommen. Der 35-Jährige erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die weiteren Ermittlungen zur Klärung des Tathergangs sowie der Umstände der polizeilichen Schussabgabe führt das Bayerische Landeskriminalamt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt, wie es hieß.

red/dpa

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