Ilse Aigners Heimatort fiebert seiner Bundespräsidentin entgegen
Autor: Julian Degler (dpa)
Feldkirchen-Westerham, Samstag, 07. November 2026
Ilse Aigner soll als Kandidatin für das Amt des Staatsoberhaupts nominiert werden. In ihrem Heimatort ist die Freude groß. Was die Menschen in der Gemeinde an ihr schätzen.
Der Blick auf den Glockenturm der Kirche St. Laurentius in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham ist an diesem Morgen noch von leichtem Nebel getrübt. In der örtlichen Bäckerei Kuhn wird Semmeltüte für Semmeltüte über die Theke gereicht. "Ja, natürlich kenne ich Ilse Aigner", sagt Gerti Bromberger, die gerade ihr Auto auf dem Parkplatz vor der Bäckerei abgestellt hat. Feldkirchen-Westerham im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ist der Geburtsort von Ilse Aigner, die Bundespräsidentin werden soll.
Bis heute lebt die CSU-Politikerin und bayerische Landtagspräsidentin dort. Im Ort ist sie tief verwurzelt, wie die Menschen geradezu unisono berichten. "Das ist die Richtige, weil sie eine liebe, herzliche Frau ist", findet Bromberger.
Fast jeden Samstag beim Einkaufen
Am Freitagnachmittag kam die Nachricht, über die die Menschen in der 11.000-Einwohner-Gemeinde sprechen: In der CDU herrscht Einigkeit darüber, dass man Aigner als Kandidatin für das Amt des Staatsoberhaupts nominieren will. Die CSU will sie sowieso, der Koalitionspartner SPD hat Unterstützung signalisiert: Damit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die 61-Jährige am 30. Januar in der Bundesversammlung als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier gewählt wird. Als erste Frau in diesem Amt und als Erste mit CSU-Parteibuch.
Bromberger beschreibt Aigner "als ganz normalen Menschen, als lieben Menschen". Sie sei immer ansprechbar und für alle da. "Fast jeden Samstag" treffe man sie beim Einkaufen.
Herlinde Weis-Wörndl kennt Aigner aus dem Trachtenverein "Mangfalltaler Westerham". "Mein erster Gedanke war, ich freue mich für sie", erzählt sie. Es sei "ganz toll", wenn einmal eine Bayerin Bundespräsidentin werde. Sie beschreibt Aigner als nahbar und bodenständig. "Die Ilse Aigner geht auf Menschen zu, ist freundlich, hat ihren Standpunkt und ist immer für jeden da." Und: "Die sitzt neben dir und ratscht ganz normal mit dir und alles."
Aigner hat immer ein offenes Ohr für die Menschen
Es könne durchaus sein, dass man sie heute auch vielleicht beim Einkaufen treffe, erzählt Weis-Wörndl. "Wenn sie da ist, dann triffst du sie so wie deine Nachbarin von nebenan."
Bei einer Sache hat Weis-Wörndl allerdings doch noch ein wenig Zweifel: "Auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, ob die wirklich nach Berlin geht - weil sie so heimatverbunden ist. Aber ich wünsche ihr, ich hoffe, dass sie es wird." Und sie hoffe auch, "dass es ihr da oben gut geht. Und ja, dass sie trotzdem heimatverbunden bleibt".