Hebertshausen: Schulkind stirbt bei Bus-Unfall - "hinterlässt tiefe Spuren"
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
85241 Hebertshausen, Mittwoch, 10. Juni 2026
Zwei Grundschulklassen sind in einem Reisebus in Oberbayern unterwegs, als es plötzlich zum Zusammenstoß mit einem Linienbus kommt. Ein Kind stirbt, mehr als zwei Dutzend Menschen werden verletzt.
Update vom 10.06.2026, 19.43 Uhr: BRK äußert sich nach tödlichem Bus-Unfall in Bayern
Nach dem Tod eines Zweitklässlers bei einer Kollision von zwei Bussen in Oberbayern ist klar: 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Busfahrer wurden verletzt, zum Teil schwer. "Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei der Familie des verstorbenen Kindes – und bei der Familie, die um ihr schwerverletztes Kind bangt", sagte Dennis Behrendt, Einsatzleiter des Rettungsdienstes. Für die Familien des Toten und der Verletzten sei eine Welt zusammengebrochen. Wenn ein Kind nicht gerettet werden könne, "hinterlässt das auch bei erfahrenen Einsatzkräften tiefe Spuren".
Der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) zeigt sich tief bewegt. Er sei in Gedanken bei der Familie des gestorbenen Kindes sowie bei den Verletzten. "Als Vater von drei Kindern, die auch schulpflichtig sind, die auch mit dem Bus gefahren sind, weiß man erst mal, was passiert, wenn man morgens sein Kind auf einen Schulausflug schickt und es dann abends nicht mehr zurückerhält. Für mich ein ganz, ganz schwieriger Tag."
Die Szenen am Unfallort sind schrecklich. Der Reisebus ist stark beschädigt. In der Nähe entdeckt die Feuerwehr zwei verletzte Kinder, wie Maximilian Reimoser, Sprecher der Kreisbrandinspektion Dachau, berichtet. Besonders schlimm hat es einen Jungen getroffen. Man habe alles Menschenmögliche versucht, um ihn zu reanimieren, beschreibt Behrendt den Kampf um das Leben des Kindes. Ein Hubschrauber stand bereit, um den Jungen in eine Klinik zu fliegen. Doch der Notarzt habe ihn noch vor Ort für tot erklären müssen, so Behrendt sichtlich bewegt.
Zwei Kinder und eine Lehrerin schwerst verletzt
Zwei weitere Kinder und eine Lehrerin sind nach Angaben der Polizei schwerst verletzt, vier weitere Kinder gelten als schwer oder mittelschwer verletzt. 26 Schüler und zwei Busfahrer erlitten bei dem Unfall leichte Verletzungen.
"Das sind einfach Bilder und Momente, die man nicht so leicht verarbeitet", sagt Reimoser und spricht das aus, was viele der Rettungskräfte empfinden. Auch für die Angehörigen, die zur Unfallstelle eilen, ist es eine schwierige Situation. An einer Sammelstelle im Ortsteil Ampermoching erhalten sie psychosoziale Betreuung. In der Gemeindeverwaltung sei zudem ein Bürgertelefon eingerichtet worden, erklärt Bürgermeister Stefan Jänicke-Spicker, der auch Feuerwehrkommandant seiner Gemeinde ist. Abends sollte zudem die Pfarrkirche im Ort öffnen.
Der mit Grundschülern besetzte Reisebus war am Mittwoch (10. Juni 2026) für einen Schulausflug auf einer Staatsstraße nahe Hebertshausen im Landkreis Dachau unterwegs, als er in einer Kurve mit einem Linienbus kollidierte. Die Unfallursache war zunächst unklar. Sie soll von einem Gutachter geklärt werden.
Was zur Ursache bisher bekannt ist
Nach dem Unfall waren zur Versorgung der Verletzten laut Angaben der Rettungskräfte vier Hubschrauber, etwa 15 Rettungswagen und acht Notärzte im Einsatz. Laut BRK seien rund 100 Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes sowie weiterer Hilfsorganisationen vor Ort gewesen. Die Staatsstraße wurde gesperrt, und für die Angehörigen wurde ein Bürgertelefon eingerichtet.